Die IT-Woche im Überblick
Deutschland stimmt für die Vorratsdatenspeicherung, die EU stellt ihr System zur Sammlung von Fluggastdaten vor, und Infineon zeigt ein in Österreich entwickeltes Radarsystem, das den Fahrer vorwarnen soll, wenn Gefahr naht. Das war die IT-Woche vom 4. bis 10. November.
Die Woche endete mit einem "schwarzen Tag für die Bürgerrechte in Deutschland", so die Opposition.
Am Freitagnachmittag beschloss der deutsche Bundestag in namentlicher Abstimmung die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Vorratsspeicherung sämtlicher Telefon- und Internet-Verkehrsdaten.
Die Telefonieanbieter sind ab 2008, Internet-Provider ab 2009 dazu verpflichtet, die Verbindungsdaten ihrer Kunden sechs Monate lang nach Versenden der Rechnung für den Zugriff durch Strafverfolgungsbehörden zu speichern.
Bürgerrechtler kündigten an, gegen das Gesetz klagen zu wollen.
Der österreichische Datenschutzrat hat unterdessen in einer Aussendung den Gesetzgeber erneut dazu aufgefordert, die EU-Richtlinie zur Vorratsspeicherung sämtlicher Telefon- und Internet-Verbindungssaten möglichst restriktiv umzusetzen.
EU-System zur Sammlung von Fluggastdaten
Am Dienstag stellte EU-Innenkommissar Franco Frattini in Brüssel seinen Plan zur Überwachung von europäischen Flugpassagieren nach dem Vorbild der USA vor.
Zu den 19 zu sammelnden Daten zählen die persönliche Anschrift und die E-Mail-Adresse des Reisenden sowie Kreditkartennummer, Kofferzahl, Flugdaten und Sitz im Flugzeug. Ausgenommen sind "sensible Daten" wie das Bordmenü, die Aufschluss über religiöse oder politische Überzeugungen geben könnten.
Europaabgeordnete kritisieren die Pläne des EU-Kommissars scharf.
30 Jahre Informatik an der TU Graz
In Österreich feierte diese Woche die Informatik an der TU Graz ihr 30-jähriges Bestehen.
Zum Geburtstag sprach ORF.at mit Gründungsprofessor Hermann Maurer über die Entstehung der Fakultät, die wichtigsten Projekte und seine Wünsche an die österreichische Wissenschaftspolitik.
Radartechnologie made in Austria
Der Chiphersteller Infineon hat ein Radarsystem vorgestellt, das den Fahrer künftig vorwarnen soll, wenn Gefahr naht.
Der dafür verwendete Chip wurde in Österreich entwickelt und soll entsprechende Lösungen auch in Mittelklasseautos bringen.
Bisher waren solche Systeme erstens noch sehr teuer und zweitens für den Einsatz im Stoßstangenbereich auch noch zu groß.
Den Radarchip "RXN7740" hat Infineon in Linz entwickelt, und zwar bei der Forschungs- und Entwicklungsbeteiligungsgesellschaft der Infineon Technologies Austria, dem Unternehmen DICE.
Österreicher holen Robo-EM ins Land
Vielleicht hat Österreich eine Chance auf einen EM-Titel im Fußball: 2008 findet in Österreich und der Schweiz auch der Europacup im Roboterfußball statt. Das teilte die Technische Universität [TU] Wien als Koordinator in einer Aussendung am Dienstag mit.
Von 15. bis 22. Juni treten die Robokicker in Linz und Zürich gegeneinander an.
Der Chef des mehrfach erfolgreichen österreichischen Roboterteams Austro und Professor der Technischen Universität Wien, Peter Kopacek, rechnet sich für die rot-weiß-roten Teams bei der Euroby 2008 "eine reelle Chance auf einen Stockerlplatz" aus.
"Android " von Google vorgestellt
Google stellte diese Woche seine Handypläne vor. Das neue System für Mobiltelefone hört auf den Codenamen Android und soll mit Partnern wie der Deutschen Telekom, HTC und Motorola auf den Markt gebracht werden. Die Betriebssystem-Komponente baut auf dem Linux-Kernel auf.
