Microsoft präsentiert Musik auf Zeit
In Form eines Überraschungsschlags wird Microsoft heute seine neue Software für so genanntes Digital-Rights-Management [DRM] erstmals vorstellen, auf der das Musikportal MSN Music betrieben wird.
Das unter dem Codenamen "Janus" laufende System ist nach Angaben des Herstellers nicht an eine bestimmte Hardware gebunden.
Das Service "MSN Music" wird zeitbasierend abgerechnet. Das heißt: die Musikdateien sind zwar auf andere Peripheriegeräte wie tragbare Player oder Handys übertragbar. Eine digitale Zeitmarke [Timestamp] sorgt nach Ablauf einer bestimmten Frist dafür, dass auch alle Kopien deaktiviert werden.
Am 17. November 2003 hatte es in einer ersten Meldung geheißen, MS suche nach einem erfahrenen Marketingmann für das Vorhaben, ein Zeitplan wurde damals nicht genannt.
Der Zeitablauf
Noch Anfang April, als Gerüchte über eine Alphaversion von "MSN
Music" kursierten, hatte es geheißen, das Musikportal werde
frühestens im Herbst 2004 zu erwarten sein
Die Anfänge im November 2003Anlassfall Media Player
Als Player für MSN Music wird naturgemäß der Windows Media Player zum Einsatz kommen. Erst 24. März hatte die EU eine Strafe von 497 Millionen Euro über Microsoft verhängt und zahlreiche Auflagen erlassen, Anlassfall war eben der Mediaplayer von Microsoft.
MS habe sein Quasi-Monopol beim Betriebssystem Windows für PCs ausgenutzt und damit EU-Wettbewerbsrecht verletzt, entschied die Kommission.
Brüssel hat dem Konzern 90 Tage Zeit gegeben, Computerherstellern auch eine Windows-Version anzubieten, die nicht mit dem Media Player zum Abspielen von Multimedia-Dateien gekoppelt ist.
Das Urteil zu BrüsselDisney, Warner und Napster
Laut Microsoft haben Napster und die Medienkonzerne Disney und Warner bereits Pläne, das neue DRM-System zu nutzen.
Mit dem größten Medienunternehmen Time Warner kooperiert Microsoft ohnehin schon eng in Sachen DRM: Beide Unternehmen haben sich kürzlich zu gleichen Anteilen an dem DRM-Provider ContentGuard beteiligt.
Xerox, das ContentGuard ursprünglich mit Microsoft gegründet hat, wird nur noch einen kleinen Minderheitsanteil an dem Unternehmen behalten.
Microsoft und Warner schützen Inhalte
