EU will Telekomregulierung zurückfahren

teilweise
16.10.2007

EU-Medienkommissarin Viviane Reding will den Zugang neuer Mobilfunker zu den Netzen etablierter Anbieter künftig nicht mehr extra regulieren.

Inzwischen reiche es aus, über die allgemeine Wettbewerbsaufsicht eine funktionierende Konkurrenz auf diesem Markt sicherzustellen, sagte Reding am Dienstag in Brüssel. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes habe sie in dieser Frage umgestimmt.

Reding will mehrere der 18 von der EU definierten Teilmärkte der Telekommunikation aus der Sektorregulierung entlassen. Der Netzzugang gehörte bisher nicht dazu.

Der Telekommarkt untersteht seit der Privatisierung der ehemals staatlichen Monopolunternehmen der Aufsicht von Regulierungsbehörden.

In anderen Bereichen, etwa beim Breitband-Internet, will Reding jedoch eingreifen, um den Wettbewerb zu fördern. Am 13. November soll ein entsprechender Maßnahmenkatalog präsentiert werden.

Kritik von Jungunternehmen

Neue Anbieter kritisierten die geplante Lockerung als Rückschlag für den Wettbewerb. "Wir sind absolut dagegen", sagte Ilsa Godlovitch vom Europäischen Verband für Wettbewerb in der Telekommunikation [ECTA].

Die Entwicklung auf diesem Markt laufe ohnehin schon dem Interesse von Verbrauchern und Unternehmen zuwider. Diese Tendenz werde sich nun noch verstärken. Zum ECTA gehören neue Anbieter wie Neuf Cegetel in Frankreich und Virgin Media in Großbritannien.

(Reuters)