Linux putzt den Desktop auf
Im Serverbereich ist Linux nicht mehr wegzudenken, auf dem Büro-Desktop ist das alternative Betriebssystem noch eine Rarität.
Hier gilt es, vor allem was die Interfunktionalität der verschiedenen Büro-Programme betrifft, noch viel gegenüber den Windows- und Apple-Desktops aufzuholen.
Auch andere Faktoren wie etwa Änderungen an der Benutzeroberfläche, mehr und vor allem bessere Business-Anwendungen und ein besseres Marketing sollen in den nächsten Jahren zum Durchbruch am Desktop verhelfen.
Vertreter der Industrie und Analysten diskutierten Ende dieser Woche auf dem Desktop Linux Summit in San Diego über Wege und Mittel, Linux auf dem Desktop zu etablieren.
Desktop Linux SummitMS: "Her mit der Konkurrenz"
Microsoft scheint sich trotz der wachsenden
Open-Source-Konkurrenz seiner Sache sehr sicher zu sein. "Was ich an
Microsoft so gerne mag, ist, dass es am besten und innovativsten
wird, wenn es Konkurrenz hat. Also her damit", so MS-Ingenieur
Bradley Tipp.
"Linux macht Microsoft besser"Design und Verpackung
Verlässliche Zahlen über die Linux-Durchdringung am Desktop gibt es derzeit nicht, je nach Studie schwanken die Angaben zwischen einem Anteil von 0,5 und drei Prozent.
Den Mainstream-Status, der bei einem Anteil von zehn Prozent beginnt, soll das Open-Source-Betriebssystem nach Schätzungen in fünf Jahren erreicht haben.
Schon kleine Änderungen wie die Anlehnung des Bedienoberflächendesigns an das Look and Feel von Windows sollen laut der unabhängigen Analystin Amy Wohl große Wirkung zeigen und dabei helfen, die Hürde von zehn Prozent zu erreichen.
"Es geht darum, wie man die Sachen verpackt und präsentiert", so Wohl. "Das sind Dinge, die ganz leicht zu ändern sind, also sollte man sie auch ändern."
Kaum Nischensoftware für Linux
Auch an einer breiten Palette an Anwendungssoftware für Linux
fehle es noch. Zwar ist der Bereich der Productivity-Software
abgedeckt, doch Nischenprodukte finde man für Open-Source-Umgebungen
noch kaum.
Linux soll 2004 den Durchbruch schaffenHohe Zahlungsbereitschaft
Der Privatuser-Bereich verlangt des Weiteren nach Spielen für Linux. Denn während der PC-Markt regelmäßig mit Blockbuster-Games versorgt wird, werden für Linux kaum Spiele entwickelt.
Da die Produktionskosten schon an Hollywood-Maßstäbe herankommen, lohnt es sich bisher nicht, den wenig lukrativen Linux-Nischenmarkt zu bedienen.
Hier seien vor allem kleinere Gamestudios gefragt, so Jay Moore von GarageGames, die auch mit knappen Budgets anspruchsvolle Spiele produzieren können.
Zwar war die Linux-Community lange Zeit als "geizig" verschrien, doch wenn es um das Bezahlen von Software geht, zeige die Open-Source-Welt eine steigende Zahlungsbereitschaft für gut gemachte Produkte.
"Ein gut gehendes Geschäftsmodell ist auch in der Linux-Welt kein religiöser Faux pas mehr", so Moore.
