Russischer Piraterie-Ring ausgehoben
Die russische Anti-Piraterie-Organisation [RAPO] hat laut eigenen Angaben am Wochenende den größten DVD-Piraterie-Ring Europas ausgehoben.
In dem voll ausgestatteten Kopierwerk in der Nähe von Moskau wurden neben Equipment, mit dem rund 650.000 Einheiten im Monat produziert werden können, auch 25.000 fertige DVDs und rund 1.000 Master-Discs im Gesamtwert von zehn bis zwölf Millionen USD beschlagnahmt.
Neben Kino-Hits wie der "Herr der Ringe"-Trilogie wurden dort auch Pornos vervielfältigt.
Kopien aus dem russischen Werk wurden laut RAPO-Direktor Konstantin Zemchenkow in Großbritannien, Polen, Spanien, Portugal, Israel und den Niederlanden gesichtet. Bisherige Versuche, den Ring auszuheben, waren fehlgeschlagen.
Razzien auch in Österreich
Bei einer vom Anti-Piraterie-Verein der Film- und Videobranche
[VAP] initiierten Razzia auf dem Wiener Naschmarkt wurden im März
700 Film-Raubkopien aktueller Kinofilme beschlagnahmt. Die Video-CDs
wurden zu Preisen zwischen fünf und acht Euro angeboten.
Piraterie-Razzia auf Wiener NaschmarktDrohungen und Bestechung
Die Hintermänner der Produktionsstätte konnten noch nicht ausfindig gemacht werden, als Mieter wurde ein Strohmann eingesetzt.
Die RAPO hat laut eigenen Angaben Drohungen erhalten, sich nicht weiter in den Fall einzumischen.
Durch Bestechung eines hochrangigen Polizisten konnten sich zudem als Techniker verkleidete Männer, die das Equipment stehlen wollten, Zutritt zum Gelände verschaffen. Das konnten von der RAPO aber rechtzeitig verhindert werden.
80 Prozent der DVDs in Russland illegal
Die Piraterie in Russland kostet die US-Filmbranche rund 450
Millionen USD im Jahr. 80 Prozent der dort verkauften Videos sind
illegale Kopien. Obwohl die DVD-Preise für Russland bereits gesenkt
wurden, sind diese nach wie vor doppelt so teuer wie die Raubkopien.
"Priority Watch List" der Piraterie-Staaten
