31.03.2004

USA

Stopp für Online-Voting

Nachdem das Pentagon bereits Anfang Februar die Einführung eines Internet-Wahlsystems für US-Bürger im Ausland abgeblasen hatte, wurde nun auch das rund 22 Millionen USD teure Testprogramm frühzeitig abgebrochen.

Dieser Entscheidung ging ein Bericht von Computerexperten voraus, die im Jänner darauf hingewiesen hatten, dass SERVE [Secure Electronic Registration and Voting Experiment] zu verwundbar sei. Demnach könnten Hacker in das System eindringen und Informationen über die Wähler stehlen.

Vor zwei Wochen wurde entschieden, dass die online abgegebenen Stimmen bei der Präsidentschaftswahl nicht gezählt würden. Das Programm sollte aber auf experimenteller Basis fortgeführt werden.

Wahldebakel 2000

Die Wissenschaftler, die zur Überwachung des Online-Wahlsystems engagiert wurden, bedauern den Abbruch des Projekts, weil es ein wichtiger Lernprozess gewesen wäre. Laut ihnen hätte man die Sicherheit des Systems durch gezielte Attacken von Hackern weiter verbessern können.

Das Online-Wahlprogramm wurde ins Leben gerufen, um die Stimmen der rund sechs Millionen im Ausland lebenden US-Bürger auf einfachem Weg zu sammeln. Schwierigkeiten mit Wahlzetteln, die ins Ausland und wieder zurück befördert werden mussten, gab es vor allem bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2000. Damals wendeten einige Bundesstaaten unterschiedliche Regeln für die Behandlung zu spät eingelangter Wahlzettel an.

Der amerikanische Rückzug beim E-Voting steht im direkten Gegensatz zu Europa, wo Online-Wahlen bereits in vielen Ländern getestet werden und auch schon bald zum Einsatz kommen sollen.