22.03.2004

CEBIT

Konvergenz führt zu Verstimmungen

Dieses Jahr räumt die CeBIT erstmals auch der Unterhaltungselektronik breiten Raum ein und reservierte große Standflächen für Games und Gadgets. Die Zeiten, in denen etwa Microsoft verboten wurde, seine Spielekonsole in Hannover zu zeigen, liegen zwar erst einige Jahre zurück, scheinen aber längst vergessen.

Der Spagat der Computermesse gefällt aber nicht allen Ausstellern: Skeptisch ist etwa der Deutschland-Chef des weltgrößten Computerkonzerns IBM. Walter Raizner sagt: "Im Augenblick beklagen wir uns noch nicht."

Philips und Sony zufrieden

Auf der anderen Seite stehen Firmen wie Sony und Philips. Philips-Manager Gottfried Dutine meint, noch vor Jahren hätten die verschiedenen Industriezweige auf der CeBIT keine Berührungspunkte gehabt.

Heute ermögliche die Digitalisierung die Entwicklung von Produkten wie Fotohandys und Breitband-Fernsehern, die keiner Branche mehr exakt zuzuordnen sind. "Heute sind verschiedene Branchen wie Telekom-Unternehmen, Inhalteanbieter oder Elektronik-Unternehmen alle Teil einer Wertschöpfungskette", sagte Dutine.

Keine Alternative

Nach Ansicht des deutschen Branchenverbandes BITKOM vollzieht die CeBIT nur die Entwicklung des Marktes nach: "Die Grenze zwischen Business und Unterhaltungselektronik wird sich nicht mehr halten lassen - auch nicht auf der CeBIT", meint Sprecher Volker Müller.

"In den nächsten Jahren wird es eine Vielzahl neuer Geräte geben, die am Arbeitsplatz, zu Haus oder im Auto eingesetzt werden." Angesichts des immer weiter voranschreitenden Zusammenwachsens gebe es auch für die CeBIT keine Alternative, "wenn wir uns nicht von der Zukunft abhängen wollen".

Die Deutsche Messe AG als Veranstalter sieht keinen gefährlichen Spagat, meint Vorstandsmitglied Ernst Raue. Aber es sei eben nicht mehr zu unterscheiden, ob ein Handy oder das Internet privat oder geschäftlich genutzt werde. Die Zielrichtung der CeBIT sei nach wie vor eindeutig die Geschäftswelt. Und in der Tat scheint das Konzept, die Besucher über die Eintrittspreise zu steuern, aufzugehen. Kaum ein Jugendlicher zahlt werktags die 36 Euro an der Tageskasse. Er wartet auf die mit 17 Euro deutlich preiswerteren Karten am Wochenende.