17.03.2004

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CeBIT als "Messe der Medienkonvergenz"

Die Verschmelzung von Computer und Fernseher soll eines der wichtigen Themen auf der aktuellen Computermesse CeBIT werden: Die Elektronikbranche präsentiert immer mehr Zwitter-Geräte, die weniger Platz beanspruchen und bisher getrennte Funktionen vereinen.

Der Geräte-Mischling "Exentia" des deutschen Herstellers DK Digital etwa sieht aus wie ein Design-Fernseher mit Flachbildschirm. Tatsächlich steckt in ihm jedoch viel mehr: Er ist Computer, Fernseher, Radio, DVD-Spieler, digitales Foto-Archiv und Stereoanlage in einem.

Sein Besitzer kann Fernseh- und Radioprogramme empfangen sowie 400 Stunden Film, seine CD-Sammlung oder Hunderte digitale Foto-Alben auf der Festplatte speichern. Gesteuert wird das Gerät, das 2.800 Euro kosten soll, per Fernbedienung oder über eine kabellose Maus mit einer ebenfalls kabellosen Tastatur.

Analoge Geräte verschwinden

Was für die einen jedoch die Zukunft bedeutet, dürfte anderen den Garaus machen: "Die analogen Geräte werden zunehmend aus den Wohnzimmern verschwinden und in Nischen gedrängt, in denen sich heute etwa der Plattenspieler findet", sagt der Chef des deutschen Branchenverbandes Bitkom, Willi Berchtold.

Für ihn geht der Trend schon heute eindeutig in Richtung Homecenter: "Niemand muss sich mehr einen CD-Player kaufen, wenn er einen guten DVD-Player hat - der kann schließlich auch CDs wiedergeben. Es macht auf Dauer auch keinen Sinn, zwei Geräte zu haben, die mehr kosten und mehr Platz brauchen."

UMTS sieht er als eine der künftigen Technologien, die entsprechend nachgefragt werden. So könnte eine ständige Netzverbindung mit dem Home-Entertainment-Center dafür sorgen, dass alle MP3s, die zuhause lagern, auch unterwegs verfügbar sind.

"Messe der Medienkonvergenz"

"Hier wird sichtbar, dass sich die Unterhaltungselektronik-Unternehmen wie Philips und Sony sehr stark hineinbewegen in die Computerwelt und dass die Computerunternehmen wie HP sehr stark ihre digitalen Produkte in die Home-Welt hineinbringen. Insofern ist die CeBIT 2004 die Messe der Medienkonvergenz."

Für die auf der Messe vertretenen Branchen ist der neue Trend nach mehreren problematischen Jahren auch ein Licht am Ende des Tunnels. Die Unternehmen seien realistischer geworden und hätten nach den schweren Jahren ihre Hausaufgaben gemacht, sagt Berchtold.