UMTS auf dem Weg zur Massentauglichkeit
Anlässlich der weltgrößten Computermesse CeBIT sind die Telekom-Aussteller optimistisch, dass mobile Multimedia-Lösungen endlich Richtung Mainstream gehen.
Geht es nach dem Chef der Siemens-Mobilfunksparte, Rudi Lamprecht, dann sollen heuer der Bilderdienst MMS und die nächste Mobilfunkgeneration UMTS [Universal Telecommunications Service] "massentauglich" werden. Selbst das Schnurlostelefon soll MMS-Fähigkeiten erhalten.
Siemens Mobile wird nach Eigenangaben heuer ausschließlich Handys mit MMS-Fähigkeit auf den Markt bringen, insgesamt seien 30 Modelle geplant. Neben UMTS und MMS werden Handys künftig auch über die "Push-to-talk"-Funktionalität verfügen, wodurch das Mobiltelefon zu einem Funkgerät wird.
Kommunikation zwischen Maschinen
Der Mobilfunk werde nicht nur auf dem Endverbrauchermarkt
erheblich wachsen - laut Lamprecht soll es 2010 weltweit zwei
Milliarden Verbraucher geben -, sondern auch in der Mensch-Maschine-
und Maschine-Maschine-Kommunikation deutlich zulegen. Auf der CeBIT
präsentiert Siemens ein Funkmodul, das GSM mit dem schnellen
Datendienst GPRS und der Satellitenortung GPS verbindet.
Einsatzmöglichkeiten seien das Flottenmanagement oder ein
Notruf-Service.
"PenPhone" soll SMS-Tippen ersetzenAsien hat die Nase vorn
In Asien ist man in puncto 3G bereits um einiges weiter. In Südkorea etwa will Samsung heuer nicht weniger als 40 3G-Handys auf den Markt bringen - und nur zehn Modelle herkömmlicher Bauart.
Der größte südkoreanische Telekom-Betreiber SK Telecom hat im Vorjahr 14 Prozent seines Umsatzes mit Datendiensten erreicht. Heuer soll der Anteil auf 20 Prozent wachsen.
LG Electronics will heuer 25 neue 3G-Handys präsentieren, die Pantech Group will mehr als die Hälfte ihrer neuen Modelle auf 3G-Basis entwickeln.
Europa hinkt dieser Entwicklung noch etwas hinterher: In Österreich beispielsweise bieten zwar bereits alle Mobilfunker UMTS an, allerdings wird es - abgesehen vom reinen 3G-Dienstleister Hutchison ["3"] - noch nicht aktiv vermarktet.
Später Start in Deutschland
In Deutschland läuft die 3G-Maschinerie träge an: So will der
Mobilfunkbetreiber e-plus erst ab Juni mit ersten Diensten für UMTS
auf den Markt kommen. E-plus ist in Deutschland einer von vier
Anbietern, die UMTS-Netze aufgebaut haben. Als erster Anbieter war
Vodafone Mitte Februar mit einer UMTS-fähigen Datenkarte für Laptops
gestartet.
UMTS-Handys für DeutschlandRudolf Gröger, Deutschland-Chef von Konkurrent O2, hat zum UMTS-Start jedoch vor übertriebenen Erwartungen gewarnt. UMTS werde ein "Marathonlauf", sagte Gröger auf der CeBIT in Hannover.
Es gebe zudem nicht nur UMTS, sondern als Alternative auch etwa drahtlose WLAN-Netzzugänge. Der Mobilfunk-Anbieter O2 will im Mai mit ersten Diensten starten.
