17.03.2004

3G

UMTS auf dem Weg zur Massentauglichkeit

Anlässlich der weltgrößten Computermesse CeBIT sind die Telekom-Aussteller optimistisch, dass mobile Multimedia-Lösungen endlich Richtung Mainstream gehen.

Geht es nach dem Chef der Siemens-Mobilfunksparte, Rudi Lamprecht, dann sollen heuer der Bilderdienst MMS und die nächste Mobilfunkgeneration UMTS [Universal Telecommunications Service] "massentauglich" werden. Selbst das Schnurlostelefon soll MMS-Fähigkeiten erhalten.

Siemens Mobile wird nach Eigenangaben heuer ausschließlich Handys mit MMS-Fähigkeit auf den Markt bringen, insgesamt seien 30 Modelle geplant. Neben UMTS und MMS werden Handys künftig auch über die "Push-to-talk"-Funktionalität verfügen, wodurch das Mobiltelefon zu einem Funkgerät wird.

Asien hat die Nase vorn

In Asien ist man in puncto 3G bereits um einiges weiter. In Südkorea etwa will Samsung heuer nicht weniger als 40 3G-Handys auf den Markt bringen - und nur zehn Modelle herkömmlicher Bauart.

Der größte südkoreanische Telekom-Betreiber SK Telecom hat im Vorjahr 14 Prozent seines Umsatzes mit Datendiensten erreicht. Heuer soll der Anteil auf 20 Prozent wachsen.

LG Electronics will heuer 25 neue 3G-Handys präsentieren, die Pantech Group will mehr als die Hälfte ihrer neuen Modelle auf 3G-Basis entwickeln.

Europa hinkt dieser Entwicklung noch etwas hinterher: In Österreich beispielsweise bieten zwar bereits alle Mobilfunker UMTS an, allerdings wird es - abgesehen vom reinen 3G-Dienstleister Hutchison ["3"] - noch nicht aktiv vermarktet.

Rudolf Gröger, Deutschland-Chef von Konkurrent O2, hat zum UMTS-Start jedoch vor übertriebenen Erwartungen gewarnt. UMTS werde ein "Marathonlauf", sagte Gröger auf der CeBIT in Hannover.

Es gebe zudem nicht nur UMTS, sondern als Alternative auch etwa drahtlose WLAN-Netzzugänge. Der Mobilfunk-Anbieter O2 will im Mai mit ersten Diensten starten.