28.01.2004

UNKALKULIERBAR

Mobilfunk-Risiken ohne Versicherung

Führende Versicherungen haben einem Zeitungsbericht zufolge Mobiltelefone und -anlagen wegen ihrer elektromagnetischen Strahlung als unkalkulierbare Risiken eingestuft.

Sie weigerten sich deshalb, Hersteller von Mobiltelefonen und Netzwerkbetreiber gegen mögliche Schadenersatzklagen zu versichern, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Mittwoch-Ausgabe.

Bisher gibt es allerdings keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass der "Elektrosmog" krank machen kann. Sollten irgendwann Gesundheitsschädigungen nachgewiesen werden, könnten aber Zahlungen an Betroffene fällig werden.

Gegen derartige Risiken können sich Firmen mit einer Betriebshaftpflicht absichern. Allerdings schlössen immer mehr Versicherungen derartige Risiken aus ihren Policen aus, berichtete die Zeitung.

Ausgeschlossen

In den bereits beendeten Vertragsverhandlungen für das laufende Jahr sollen die Risiken durch Handys erstmals auf breiter Front ausgeschlossen worden sein, sagte der Geschäftsführer von Marsh Deutschland, Georg Bräuchle.

Insbesondere Firmen, die sich mit Mobilfunk beschäftigten, hätten keine Deckung erhalten. Das Bestreben, die Risiken elektromagnetischer Strahlungen auszuschließen, gebe es schon lange, sagte ein Sprecher der Aon-Deutschlandvertretung. Jetzt hätten sich viele Versicherer erstmals durchgesetzt.

Kein Kommentar

Die Handyhersteller Siemens, Motorola und Nokia erklärten dem Bericht zufolge, sie gäben zu Versicherungsfragen grundsätzlich keine Auskunft. Gleich lautend hätten sich auch die deutschen Mobilfunkbetreiber T-Online und O2 geäußert.

Der Marktführer Allianz habe unterdessen erklärt, schon länger keinen Handyhersteller mehr gegen Elektrosmog-Risiken zu versichern. Bei Mobilfunkbetreibern gebe es eine "Fall-zu-Fall-Betrachtung". Die gesundheitlichen Konsequenzen der elektromagnetischen Strahlung seien nicht abschätzbar:

"Wenn sich irgendwann eine Gefährlichkeit nachweisen ließe, hätte das verheerende Folgen für die gesamte Versicherungsbranche", zitierte die Zeitung einen Allianz-Sprecher.