08.12.2002

DEUTSCHLAND

Bildquelle: ORF.at

Grundlagenforschung zur Handystrahlung

Zwölf Nächte lang haben sich mehr als 100 Einwohner der Gemeinde Flachsmeer im Kreis Leer [Niedersachsen] im Schlaf mittels Elektroden beobachten lassen. Damit sollen neue Erkenntnisse über mögliche Störeinflüsse von Mobilfunk-Sendemasten gewonnen werden.

Das Experiment ging am Wochenende zu Ende. Von der anschließenden Auswertung bis zu ersten handfesten Ergebnissen wird es wohl noch eine Weile dauern.

Die Daten der Flachsmeerer Schläfer haben die Wirkungen eines neuen Telefon-Senders in der Gemeinde auf die Einwohner noch nicht erfasst, erklärte Hans Dorn von der Freien Universität Berlin. Immerhin soll die Auswertung jedoch die Frage beantworten helfen, ob eine Untersuchung mit Hilfe von Schlaf-Messungen methodisch überhaupt möglich ist.

"Bisher gab es nur Labor-Schlaf-Studien mit jungen, gesunden Menschen", sagte Dorn. Es müsse jedoch der mögliche Einfluss von Sender-Strahlung auf die Normalbevölkerung überprüft werden.

Methodik

An sechs Tagen der Woche pappten sich die Flachsmeerer vor dem Einschlafen zwei Elektroden an die Stirn. Ein Kabel verband die Hirn-Sensoren mit einem Aufzeichnungsgerät auf dem Nachttisch.

Es notierte bis zum Aufwachen alle Schlafzustände und Gehirnaktivitäten. Auch die Probanden machten Notizen: Vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen schrieben sie auf, wie der jeweilige Tag verlaufen war und wie sie sich nach dem Aufstehen gefühlt hatten.

Ihre Lebensgewohnheiten behielten die Forschungsschläfer auf Wunsch der Wissenschafter in der gesamten Test-Zeit bei. Jede Änderung hätte das "Normalbild" verfälscht, sagte Dorn. "Eine Probandin hat während der Test-Zeit ein Kind zur Welt gebracht." Auch Partys gehörten zur Normalität. "Sie mussten nur ins Tagebuch geschrieben werden."