Spannung in der "Planeten-Liga"
Der Mars hat am frühen Sonntag den zweiten Besuch innerhalb von drei Wochen erhalten. Nach einer sieben Monate langen Reise landete der Marsrover "Opportunity" um 6.05 Uhr [MEZ] auf dem Roten Planeten.
Im Jet Propulsion Laboratory der NASA brach lauter Jubel aus, als der erlösende Ton kam, der signalisierte, dass der Rover sicher gelandet war. Auf dem Mars soll der Roboter wie sein Zwilling "Spirit", der auf der anderen Seite des Planeten gelandet war, nach Wasser und Lebensspuren suchen.
Der Rover war nur wenige Minuten vor der Landung mit 5.400 Meter pro Sekunde in die Marsatmosphäre hineingeschossen. Die dünne Atmosphäre bremste "Opportunity" zunächst stark ab, bevor sich der Fallschirm öffnet. In den letzten Sekunden vor dem Aufschlag zündeten dann Bremsraketen, und schließlich hatte sich der Fallschirm geöffnet, der wenige Meter über dem Boden gekappt wurde.
Umhüllt von seinen Prallsäcke und einer Schutzhülle schlug der Rover dann in der Meridiani-Tiefebene auf, wo er wie ein Gummiball Dutzende Mal auf- und ab hüpfte, bevor er zur Ruhe kam.
Jet Propulsion Laboratory der NASADer Auftrag
In der Tiefebene soll der 1,5 Meter hohe Rover, der mit Panoramakameras und deutschen Spektrometern zur Gesteinsanalyse ausgestattet ist, unter anderem nach Roteisenerz [Hämatit] suchen, das sich oft in Gegenwart von Wasser bildet.
In der Bodenstation waren alle Phasen der Landung über die einfachen Tonsignale verfolgt werden. Eine echte Datenverbindung existierte zu diesem Zeitpunkt nicht. Die NASA hatte vorab vor zu viel Optimismus gewarnt.
Inzwischen sendet der Marsroboter aber bereits die ersten Bilder. Die US-Raumfahrtbehörde NASA veröffentlichte am Sonntag in ihrem Kontrollzentrum in Pasadena unter anderem ein Bild, das einen Teil von "Opportunity" in der Nähe eines Felsens zeigt. Der wissenschaftliche Leiter der Mission, Steve Squyres, sagte, dieser Landeplatz übertreffe seine "wildesten Träume". Es sei das erste Mal, dass auf dem Mars eine solche Felsformation entdeckt worden sei. Ein zweiter Wissenschafter sagte, die NASA habe damit einen "Wissenschaftsjackpot" geknackt.
Wissenschaftler erwarteten eine viel sanftere Landschaft als im Gusev-Krater, von dem "Spirit" Farbbilder in beeindruckender Schärfe geschickt hatte, bevor die Kommunikation wegen einer Panne des Rovers gestört wurde.
NASA-Marsroboter bootet zwanghaft"Spirit" wieder im Spiel
Kurz vor der Landung "Opportunitys" konnten die JPL-Wissenschaftler aber mit "Spirit" wieder kommunizieren und einen Grund für die technischen Probleme diagnostizieren.
Der Rechner des Rover war in den vergangen Tagen immer wieder hängen geblieben und musste dann Dutzende Male neu gestartet werden. Nach Angaben der NASA führten Speicherprobleme zu den ständigen Neustarts der Robotersysteme.
Den Wissenschaftlern sei es nun gelungen, diese Endlosschleife zu durchbrechen, indem sie dem Rover den Befehl gaben, beim Neustart eine andere Datenbank zu verwenden.
Das Problem liege vermutlich an einem Flash-Speicher. Nachdem der Rover den Befehl erhalten hatte, beim Neustart ein anderes Speichermodul zu verwenden, habe alles viel besser geklappt, hieß es bei der NASA. Der Rover habe anschließend auch endlich wieder den Befehl befolgt, in den Ruhemodus zu gehen, um Energie zu sparen
Das Innenleben des Mars-Rovers "Spirit"Spannende Spielphase
Die "Planeten-Liga", eine Art "Weltraum-Pong" das seit 1960 "gespielt" wird, kommt mit den letzten Nachrichten deutlich in Bewegung:
Nach der Zählung des "Mars Scorecard" hat die Erde mit der erfolgreichen Landung und der Reanimierung von "Spirit" auf drei Punkte aufgeschlossen [17:20].
Das ESA-Landegerät "Beagle 2" wurde unterdessen zum "Gepäck" erklärt, das auf dem Mars nur zwischenzeitig hinterlegt wurde. Daher geht für die ESA-Mission ein Punkt an die Erde.
Zwischenstand in der Planeten-Liga
