NASA-Marsroboter bootet zwanghaft
Der US-Marsroboter "Spirit" bereitet der NASA weiter "ernste Sorgen". "Spirits" interner Rechner bleibe immer wieder hängen und müsse dann "wie ein ganz normaler Heim-PC" neu gestartet werden.
Aus bisher unbekannten Gründen habe der Rover dieses Neustart-Manöver seit Mittwoch über 60 Mal wiederholt, sagte Projektmanager Pete Theisinger vom Jet Propulsion Laboratory der NASA.
Der Zustand des "Patienten" sei kritisch, aber es gebe noch viele Möglichkeiten, den Rover wieder fit zu machen, betonte Theisinger.
Es sei aber nicht sehr wahrscheinlich, dass der Roboter je wieder perfekt arbeiten werden.
Zu den Problemen gehöre auch, dass der Roboter sich in den kalten Marsnächten nicht ganz abschalte und in den Ruhezustand gehe. In der Nacht zum Samstag sollte deshalb versucht werden, ihm das Kommando zum Abschalten zu geben.
"Spirit" meldet sich nicht mehrKontakt wiederhergestellt
Nach Angaben des Projektleiters sandte der Rover nach zweitägigem Schweigen am Freitag insgesamt drei Mal Signale von zehn bis 20 Minuten Länge über seine Hilfsantenne. Diese Daten würden zur Zeit ausgewertet.
Positiv sei, dass es gelungen sei, mit dem Rover wieder zu kommunizieren.
Eine erste zehnminütige Datenverbindung war um 13.34 Uhr MEZ von den Teleskopen des Deep Space Kommunikationsnetzwerkes nahe Madrid empfangen worden. Dabei wurden die Daten mit einer schwachen Rate von zehn Bits pro Sekunde übermittelt. Etwa eine Stunde später folgte das 20-minütige Signal mit einer Datenrate von immerhin 120 Bits pro Sekunde.
In den vergangenen zwei Tagen hatte der Rover nur "leere Signale" gesendet, die zeigten, dass er die Kontaktversuche der Erde empfangen hatte. Sinnvolle Daten oder Bilder sendete er jedoch nicht.
Bereits am frühen Sonntag soll "Spirit" Gesellschaft erhalten. Für 6.05 Uhr MEZ ist die Landung seines Zwillingsroboters "Opportunity" geplant. Der neue Rover soll nach einer sieben Monate langen Reise auf der anderen Seite des Roten Planeten in der Meridiani-Tiefebene landen und dort nach Wasser und Spuren von Leben suchen.
ESA entdeckt Spuren von Wasser auf dem MarsZwar behaupten böse Zungen die aktuellen Computerprobleme seien auf Windows zurückzuführen, doch weder das Microsoft-Betriebssystem, noch die Open-Source-Konkurrenz Linux kommen hier zum Einsatz.
Betriebssystem VxWorks
Stattdessen laufen die beiden Mars-Rover unter dem
Echtzeitbetriebssystem VxWorks von Wind River Systems. Im Herzen der
Marsroboter schlägt eine 25 MHz PowerPC CPU mit 128 MB RAM Speicher.
Das Innenleben des Mars-Rovers "Spirit"
