23.01.2004

STRG-ALT-ENTF

NASA-Marsroboter bootet zwanghaft

Der US-Marsroboter "Spirit" bereitet der NASA weiter "ernste Sorgen". "Spirits" interner Rechner bleibe immer wieder hängen und müsse dann "wie ein ganz normaler Heim-PC" neu gestartet werden.

Aus bisher unbekannten Gründen habe der Rover dieses Neustart-Manöver seit Mittwoch über 60 Mal wiederholt, sagte Projektmanager Pete Theisinger vom Jet Propulsion Laboratory der NASA.

Der Zustand des "Patienten" sei kritisch, aber es gebe noch viele Möglichkeiten, den Rover wieder fit zu machen, betonte Theisinger.

Es sei aber nicht sehr wahrscheinlich, dass der Roboter je wieder perfekt arbeiten werden.

Kontakt wiederhergestellt

Nach Angaben des Projektleiters sandte der Rover nach zweitägigem Schweigen am Freitag insgesamt drei Mal Signale von zehn bis 20 Minuten Länge über seine Hilfsantenne. Diese Daten würden zur Zeit ausgewertet.

Positiv sei, dass es gelungen sei, mit dem Rover wieder zu kommunizieren.

Eine erste zehnminütige Datenverbindung war um 13.34 Uhr MEZ von den Teleskopen des Deep Space Kommunikationsnetzwerkes nahe Madrid empfangen worden. Dabei wurden die Daten mit einer schwachen Rate von zehn Bits pro Sekunde übermittelt. Etwa eine Stunde später folgte das 20-minütige Signal mit einer Datenrate von immerhin 120 Bits pro Sekunde.

In den vergangenen zwei Tagen hatte der Rover nur "leere Signale" gesendet, die zeigten, dass er die Kontaktversuche der Erde empfangen hatte. Sinnvolle Daten oder Bilder sendete er jedoch nicht.

Zwar behaupten böse Zungen die aktuellen Computerprobleme seien auf Windows zurückzuführen, doch weder das Microsoft-Betriebssystem, noch die Open-Source-Konkurrenz Linux kommen hier zum Einsatz.