Vernetzte Navigationssysteme gegen Stau
Durch die Erfahrungen, wie Datenflüsse im Internet geleitet und - beim Auftreten von Engstellen - umgeleitet werden, wollen Wissenschaftler von Arsenal Research künftige Verkehrsstaus mildern.
Peter Laborczi von der Technischen Universität Budapest, der derzeit am Arsenal in Wien forscht, arbeitet an Möglichkeiten, wie bisher hauptsächlich autonom operierende Navigationssysteme vernetzt werden können.
Laborczi geht davon aus, dass sich die Zahl der Fahrzeuge mit Navigationssystemen in den kommenden Jahren vervielfachen wird, fix eingebaut sowie über mobile Geräte. Das könne insofern zu Problemen führen, als jeder einzelne Computer gleichsam für sein Fahrzeug die optimale Route ausarbeitet.
Zukunftsforscher denken bereits einen Schritt weiter: Sie wollen dem Fahrer das Steuer aus der Hand nehmen und Autos selbstständig fahren lassen.
Selbstfahrende Autos lösen Stau-ProblemAlternative Routen
Da die Systeme nach ähnlichen Entscheidungskriterien vorgehen, wird es an einigen Stellen des Verkehrsnetzes zu Überlastungen kommen, ist Laborczi überzeugt. Daher sei es sinnvoll, die Navigationssysteme untereinander zu vernetzen. Dadurch könnten die Fahrzeuge rechtzeitig auf alternative Routen geschickt werden.
Derzeit arbeiten die Arsenal-Forscher an Simulationen des Wiener Verkehrs mit vernetzten Navigationssystemen. Bisherige Ergebnisse hätten ergeben, dass die Gesamtreisezeiten durch die Anwendung des "Kooperativen Routenführungssystems" um bis zu ein Drittel verkürzt werden können.
Die Idee ist, dass der Gesamtnutzen vor dem Eigennutzen steht und der Einzelne dadurch dennoch Vorteile hat.
Ausrüstung mit Navigationsystemen
Damit ein derartiges Netzwerk im tatsächlichen Verkehr sinnvoll
arbeiten kann müssten etwa 50 Prozent der Fahrzeuge mit
Navigationssystemen ausgestattet sein. Laborczi schätzt, dass dies
etwa in fünf bis zehn Jahren der Fall sein könnte.
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