13.11.2003

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KaZaA plant eigene Werbekampagne

Auf der Suche nach Schuldigen für die rückläufigen CD-Verkäufe geht die Musikindustrie unter anderem gerichtlich gegen die populäre Tauschbörse KaZaA vor.

Die Betreiber, Sharman Networks, versuchen im Gegenzug seit Monaten ihr Angebot auch auf legale Inhalte auszudehnen. Bisherige Angebote wurden von den Plattenlabels bis dato durchwegs abgelehnt.

Um das Konzept einem breiten Publikum zu kommunizieren, plant Sharman nun eine Print-Werbekampagne, die User zu legalem Download bekehren und auch die Industrie ansprechen soll.

Laut Sharman soll die Werbung "ein Aufruf an die P2P-User sein, die Botschaft zu kommunizieren, dass sie bereit sind, einen fairen Preis für Filme, Musik und Spiele aus Tauschbörsen zu bezahlen".

Dualsystem der Angebote

Gleichzeitig will Sharman der Industrie vor Augen halten, dass sie eine "große Möglichkeit versäumt" die P2P-Community zu erreichen, wenn sie auf das Schalten legaler Angebote bei KaZaA verzichtet. Die Kampagne soll am 19. November starten.

Derzeit fährt Sharman in seiner Tauschbörse noch ein Dualsystem: Neben zahlreichen nicht legalen Download-Angeboten sind dort auch immer mehr kostenpflichtige Inhalte zu finden.

Auf Dauer sollen diese nach Plänen von Sharman die illegalen Downloads verdrängen.

Dazu arbeitet Sharman eng mit Altnet, einer Abteilung von Brilliant Digital Netzworks, zusammen. Unter anderem planten die beiden Unternehmen die Einführung einer Art Bonusmeilen-Programms für die beliebte P2P-Börse.

Potenzial von 900 Mio. USD

Zuletzt haben KaZaA und Altnet der Musikindustrie ein Geschäftsmodell vorgeschlagen, bei dem die Lieder zwar weiter über das KAZaA-Netzwerk vertrieben werden, jedoch eine Gebühr fällig wird, um die Lieder auch anhören zu können.

Laut Berechnungen der von Sharman und Altnet gegründeten DCIA [Distributed Computing Industries Association] könnten mit dem Geschäftsmodell 900 Millionen USD im Monat für die Musikwirtschaft erwirtschaftet werden, vorausgesetzt, die anderen File-Sharing-Netzwerke mit Grokster und Morpheus kooperieren mit der Musikindustrie.

Diese haben jedoch mittlerweile eine eigene Interessenvertretung gegründet und bis dato wenig Kooperationsbereitschaft gezeigt.