07.11.2003

OPEN SOURCE

OS für Österreichs E-Government

Open Source [OS] im E-Government gewinnt besonders bei höheren Sicherheitsklassen an Bedeutung, vor allem bei Fragen der Zugangsberechtigung und Identifikation, bei vertraulicher Kommunikation und bei Zustellsystemen.

Das erklärte Reinhard Posch, Chief Information Officer [CIO] des Bundes, bei einem Pressegespräch des Verbandes Österreichischer Software Industrie [VÖSI] am Donnerstagabend.

OS sei in der Verwaltung auch deshalb von Bedeutung, um jederzeit wieder an den Ausgangspunkt zurückkehren zu können, "denn in fünf Jahren verlangt die Welt wieder ganz etwas anderes", so Posch.

Microsoft hat nichts gegen OS

Im Bereich der Arbeitsstationen verhält sich Österreich laut Posch noch zuwartend, da die Funktionen, die derzeit vor allem im Bereich der abteilungsorientierten Kommunikation erwünscht werden, nicht hinreichend auf der Workstation-Seite in Open Source verfügbar sind.

Microsoft-Sprecher Thomas Lutz sieht durch OS allerdings das "Software-Ökosystem" gefährdet, da ohne Schutz des geistigen Eigentums und ohne exklusive Verwertungsrechte der Anreiz zu weiteren Innovationen entfalle.

"Microsoft hat nichts gegen die OS-Community. Speziell seit der Übernahme von Suse durch Novell wurde sichtbar, dass kommerzielle Player in den USA ein Oligopol gebildet haben, das nichts mit der OS-Basisbewegung zu tun hat", so Lutz.

Novell hatte erst am Dienstag angekündigt, die deutsche Suse Linux AG für 210 Millionen USD [181 Mio. Euro] zu übernehmen.

Wien prüft Umstieg

Die Stadt Wien prüft unterdessen auf Antrag der Grünen den mittelfristigen Umstieg auf quelloffene Windows-Alternativen. Der Prüfbericht soll bis Mitte 2004 verliegen.

Nur ein Umstieg kann laut den Grünen die Softwarevielfalt gegen das Quasi-Monopol von Microsoft sichern. Weiters komme die offene Software nicht nur in der Anschaffung, sondern auch langfristig im laufenden Betrieb günstiger. Als Zeitpunkt für eine eventuelle Umstellung auf Linux gibt die Stadt Wien jedoch erst 2007 an.

Vorstoß aus Dänemark

Ein aktueller Bericht zu den Potenzialen von Open-Source-Software im öffentlichen Sektor, der im Auftrag der dänischen Regierung erstellt wurde, bestätigt einerseits die "üblichen" Argumente der Open-Source-Befürworter, geht aber noch weit darüber hinaus: