Die IT-Börse als Hochschaubahn
Den Börsianern waren die [guten] einmaligen Erlöse von AOL Time Warner offenbar relativ egal. Nicht wurst war ihnen hingegen der Einbruch im Internet-Geschäft durch sinkende Werbeeinnahmen und der damit verbundene trübe Ausblick auf Quartal drei.
AOL-Papiere sackten in Folge um 6,77 Prozent auf 15,71 Dollar ab.
"Die Investoren wollen Ergebnisse über den Prognosen sehen und verbesserte Ausblicke, insbesondere für das zweite Halbjahr. Das geschieht nur vereinzelt und ist nicht so breit angelegt, wie wir gehofft haben", sagte Charles Ryan von [BB&T Asset Management]
AOL Time Warner hatte seinen Gewinn im zweiten Quartal dank Sondererträgen durch Unternehmensverkäufe und Pönalzahlungen verdreifacht [1,1 Milliarden USD]. 542 Millionen USD wurden durch den Verkauf des Kabelsenders Comedy Central verbucht, 760 Millionen USD bezahlte Microsoft für die Beilegung des so genannten Browser-Kriegs. Der Umsatz des Konzerns stieg um sechs Prozent auf 10,8 Milliarden USD.
Die Zahlen von AOLNull Cent pro Aktie
Schwere Prügel gab es am Mittwoch für die Aktien von Sun Microsystems, das Papier ging um 19,92 Prozent tiefer in den Keller [3,82 USD]. Sun hatte mit einem Gewinn je Aktie von null Cent und dem neunten Quartal in Folge mit rückläufigem Umsatz die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen können.
Für das Gesamtjahr wies das Unternehmen einen Netto-Verlust über 2,378 Milliarden USD nach Verlusten von 587 Millionen USD im Vorjahr aus. Die Umsätze sind im abgelaufenen Geschäftsjahr um knapp eine Milliarde Dollar auf noch 11,434 [12,496] Milliarden USD gesunken.
"Offensichtlich befinden wir uns in einem sehr harten Jahr", sagte Sun-Chef Scott McNealy.
Das Quartal von SunÜberflieger Amazon
Amazon hingegen erwies sich wieder einmal als rechter Überflieger. Die am Dienstag übertroffenen Erwartungen der Analysten wurden von den Börsianern mit einem fetten Plus von 15,43 Prozent [40,25 USD] belohnt.
Im zweiten Quartal machte das Unternehmen unter Einschluss von Zinsaufwendungen, aber ohne Einbeziehung von Belastungen einen Gewinn je Aktie von zehn Cent.
Der Netto-Verlust sank auf 43 Millionen USD von 94 Millionen USD, der Umsatz stieg von 806 Millionen auf 1,1 Milliarden USD.
Für das Gesamtjahr erwartet Amazon eine Umsatzsteigerung auf 4,9 bis 5,1 Milliarden USD. In einer früheren Prognose war das Unternehmen von 4,7 Milliarden USD ausgegangen.
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