AOL mit Milliardengewinn, aber...
Der Verkauf von Beteiligungen und Sondereinnahmen haben dem US-Medienkonzern AOL Time Warner im zweiten Quartal einen Gewinnsprung gebracht.
Wie die weltgrößte Mediengruppe am Mittwoch in New York mitteilte, blieb für den Zeitraum von April bis Juni ein Überschuss von 1,1 Milliarden USD. Dies war fast drei Mal so viel wie im Vorjahresquartal [394 Mio.]. An Sondererlösen konnte AOL 542 Millionen USD aus dem Verkauf des Kabelsenders Comedy Central verbuchen.
Hinzu kamen 760 Millionen USD, die der Softwarekonzern Microsoft zur Beilegung des Streits um illegale Geschäftpraktiken bei Internet-Browsern zahlte. Der Umsatz des Konzerns stieg um sechs Prozent auf 10,8 Milliarden USD.
Gesamtkonzern soll weiter wachsen
Für den Rest des Jahres rechnete das Unternehmen weiter mit einer
schwierigen Geschäftslage bei der Internet-Tochter AOL. Konzernchef
Richard Parsons ging für das Gesamtjahr von einem Umsatzrückgang von
fünf Prozent aus. Grund sind stark gesunkene Werbeeinnahmen, die um
35 bis 45 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen dürften. Im zweiten
Quartal verlor AOL demnach 846.000 Abonnenten in den USA und 52.000
in Europa. Für den Gesamtkonzern rechnet Parsons aber weiter mit
einem Umsatzwachstum von fünf Prozent.
AOLVorrangig bleibe ein Abbau der Schulden, die im zweiten Quartal um 2,1 Milliarden Dollar auf 26,3 Milliarden USD verringert wurden, betonte Parsons. Deshalb würden weitere Beteiligungen verkauft.
