Größter europäischer Linux-Event startet
Am Donnerstag wird in Karlsruhe der europäische LinuxTag 2003 eröffnet. Auf 11.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche präsentieren dann Unternehmen und nicht kommerzielle Gruppen aus dem Open-Source-Umfeld neueste Entwicklungen.
Der LinuxTag ist allerdings keine Messe, bei der Linux-Entwickler untereinander bleiben, sondern versteht sich als Forum der Begegnung zwischen Entscheidungsträgern und Dienstleistern.
Die größte Messe zum Thema Linux und Open Source in Europa hat mittlerweile überregionale Bedeutung.
Unter den 14.000 Besuchern des Vorjahres kamen nur 30 Prozent aus dem Großraum Karlsruhe. Weitere Besucher reisten unter anderem aus europäischen Nachbarländern, den USA, Kanada, Asien, dem Iran, Indien, Australien, Brasilien und Mexico an.
Der europäische LinuxTag 2003 findet vom 10. bis zum 13. Juli im Messe- und Kongresszentrum Karlsruhe statt.
LinuxTag 2003Kampf um das Amtsstuben-OS
Neben zahlreichen Firmenvorträgen dürfte dieses Jahr insbesondere der Business- und ein Behördenkongress von besonderem Interesse sein:
Vor allem nachdem sich München als erste deutsche Großstadt für den Umstieg auf Linux und somit gegen das marktdominierende Microsoft-Betriebssystem entschieden hatte, hat sich der Kampf um IT-Großkunden verschärft, begleitet von einer regen Diskussion zwischen Open-Source-Verfechtern einerseits und vor allem Microsoft andererseits.
Der Business- und Behördenkongress wird in Zusammenarbeit mit dem deutschen Innenministerium veranstaltet. Er zeigt Lösungen von professionellen Entwicklern und Beratern, die speziell auf die Bedürfnisse von Entscheidungsträgern im Management zugeschnitten sind, die eine auf Linux basierende Lösung im Unternehmen oder der Behörde planen oder umsetzen wollen.
Der Business- und Behördenkongress findet am Donnerstag statt und ist anmeldepflichtig. Die Teilnahmegebühr beträgt 175 Euro pro Teilnehmer.
MS gegen "ideologischen" Linux-UmstiegLangstrecken-Coden
Erstmals veranstaltet der LinuxTag in diesem Jahr den von Intel, HP und SuSE gesponsorten "Coding Marathon". Dabei haben freie Projekte die Möglichkeit, über die ganze Länge des LinuxTages eine umfangreiche Entwicklungsumgebung zu nutzen und so zu demonstrieren, zu welchen Leistungen die Open-Source-Bewegung fähig ist.
Es können sich Teams von bis zu vier Personen anmelden. Der Wettbewerb gliedert sich in eine Qualifikationsrunde vor dem LinuxTag, einen Shoot-out am ersten Tag der Messe in Karlsruhe und der sich daran anschließenden Hauptrunde.
In den beiden Vorrunden ist ein vorgegebenes Programm hinsichtlich seiner Laufzeit zu optimieren. In der Hauptrunde wird eine neue Aufgabe gestellt, welche die qualifizierten Teams lösen sollen. Weiterhin kann die Aufgabenstellung in der Hauptrunde eigenständig von den Teams erweitert werden.
Das "Xbox Linux Project" will auf dem LinuxTag unterdessen Konsolen kostenlos "aufbohren": Die australische Gruppe von Xbox-Sicherheitsexperten hat einen Weg gefunden, Linux auf der Microsoft-Konsole zum Laufen zu bringen. Der Einbau eines so genannten Mod-Chips ist dafür nicht notwendig.
Linux ohne Mod-Chip auf der XboxSicherheit
Spannend dürfte auch der "LinuxTag-Hacking Contest" werden, der am Samstagnachmittag stattfindet.
Hier sollen Teilnehmer ein Linux-System zunächst vorbereiten und im Anschluss gegen Angriffe absichern.
Am Schluss eines Durchganges wird dann versucht, Schwachstellen beim Mitspieler aufzuspüren. Es treten jeweils zwei Teams gegeneinander an. Die Siegerteams der Vorrunde qualifizieren sich dabei für die Endausscheidung.
