D: Schwierige Behebung des Bankkarten-Bugs

GELD
11.01.2010

Deutsche Sparkassen, Landesbanken und die Postbank wollen in drei Wochen damit beginnen, die von einem Software-Fehler betroffenen EC- und Kreditkarten umzuprogrammieren. In Deutschland funktionieren die Karten wieder. Die Postbank will die defekten Karten bei einem "Boxenstopp" am Bankomaten reparieren.

In einem ersten Schritt sei dann ein Update der Chips auf jenen Karten vorgesehen, die von Kunden im Ausland benutzt werden sollten, teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Sonntag mit.

Zur Begründung hieß es, in Deutschland könnten die Karten inzwischen wieder an allen Geldautomaten der Sparkassen und den meisten Händlerterminals eingesetzt werden. Hintergrund ist, dass die Automaten und Terminals in der Bundesrepublik nach der Neujahrspanne mit den Chips behelfsmäßig auf das Einlesen der älteren Magnetstreifen umgestellt wurden. Außerhalb Deutschlands läuft diese Umstellung zum Teil noch.

Nach Angaben des DSGV dauert der Update-Vorgang für die Chips nur wenige Sekunden und soll zunächst von den Mitarbeitern in den Filialen an speziellen Terminals durchgeführt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt werde die Umprogrammierung dann auch über die Geldautomaten der Sparkassen und Landesbanken möglich sein.

Reparatur im Geldautomaten

Die Postbank will ihre Geldautomaten bereits ab Anfang Februar so umprogrammieren, dass fehlerhafte Chipkarten automatisch repariert werden. Die Karten seien anschließend ohne Einschränkungen nutzbar. Spätestens Ende Februar sollen alle Postbank-Geldautomaten umgerüstet sein. Die Postbank prüft noch die Möglichkeit, defekte Karten an den Kassenterminals zu reparieren.

Ein Software-Fehler auf den Chips hatte die Funktion der Karten seit dem Jahreswechsel behindert. Betroffen waren insgesamt knapp 30 Millionen Bankomat- und Kreditkarten. Die Kunden konnten weder Geld vom Automaten ihrer Hausbank abheben noch im Einzelhandel mit ihrer Karte zahlen.

Urlauber im Ausland mussten sich teilweise über Finanzdienstleister Bargeld überweisen lassen. Die Sparkassen und Landesbanken, aber auch Commerzbank und Postbank boten ihren Kunden inzwischen Kulanzlösungen an, etwa die Erstattung entstandener Kosten. Die technische Verantwortung für den Fehler hatte der Chipkartenhersteller Gemalto übernommen.

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(Reuters)