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Ideen für ein "Internet für alle"

AKTION
10.11.2009

Im vierten Jahr ihres Bestehens fördert die Aktion "Netidee" der Internet Privatstiftung Austria (IPA) Ideen, die dabei helfen, die digitale Ausgrenzung zu verringern. Unter den geförderten Projekten sind ein Soziales Netzwerk für Senioren, eine Internet-Informationsintiative für ländliche Regionen und ein Projekt zur barrierefreien Nutzung von Stadtplänen im Netz.

Auch in Österreich bleibt die Nutzung des Internets vielen Leuten verwehrt: aufgrund ihres Alters, wegen körperlicher Einschränkungen oder aus geografischen, finanziellen und bildungsbezogenen Gründen. Um zur Überwindung der digitalen Kluft beizutragen, hat die Internet Privatstiftung Austria ihre Förderaktion "Netidee" heuer unter das Motto "e-Inclusion: Internet für alle" gestellt.

47 Projekte wurden eingereicht. Acht davon werden mit Summen zwischen 2.000 und 50.000 Euro gefördert. "Uns ist wichtig, dass das Netz von immer mehr Menschen sinnvoll genutzt werden kann", sagte IPA-Vorstand Rupert Nagler am Dienstag bei der Präsentation der geförderten Projekte in Wien: "Eine Breitbandinitiative reicht da nicht."

Vom Nutzen des Netzes

So will etwa das Projekt "Umaklickn" den Bewohnern des Kärntner Liesachtals den Nutzen des Netzes näherbringen. In der Region ist zwar das Breitbandinternet gut ausgebaut, das Netz wird jedoch kaum genutzt. "Wir haben festgestellt, dass die Leute dem Internet gegenüber misstrauisch sind", sagte Achim Meurer, der das Projekt gemeinsam mit seiner Frau Monika initiierte.

In persönlichen Gesprächen, Internet-Sprechstunden in Gemeinden und gemeinsam mit Vereinen und Verbänden veranstalteten Informationsabenden sollen nun den Liesachtalern konkrete Nutzungsmöglichkeiten - vom Rezepttausch bis hin zur Vernetzung mit Verwandten und Freunden - schmackhaft gemacht werden. Dokumentiert wird das Projekt in einem Weblog, damit die Erfahrungen auch für andere Regionen genutzt werden können, so Meurer.

Soziales Netzwerk für Senioren

Das Projekt "Senior Social Platform" will ein für die Generation 50 plus maßgeschneidertes Soziales Netzwerk entwerfen. Viele Senioren würden das Netz nur zum Surfen nutzen, der soziale Austausch komme oft zu kurz, so Projektleiter Paul Andor Farkas. Derzeit würden lediglich sieben Prozent der Senioren in Sozialen Netzwerken kommunizieren, so Farkas. Soziale Kontakte seien aber auch für die Gesundheit wichtig: "Soziale Isolation ist genauso schädlich wie Rauchen."

Bei der Konzeption der Online-Community soll eng mit der Zielgruppe zusammengearbeitet werden. In einem Jahr soll der Prototyp zur Verfügung stehen, kündigte Farkas an.

Kartensysteme für Blinde und Sehschwache

An Kartensystemen für blinde und sehschwache Menschen arbeitet das Projekt "AmauroMap". Dabei soll der barrierefreie Gebrauch von Stadtplänen im Netz ermöglicht werden. "Wir wollen Blinden einen vernetzten Eindruck der Stadt vermitteln", erläuterte Wolfgang Wasserburger von "AmauroMap". Erreicht werden soll das mit einem neuen Angebot an Informationen, das etwa Beschreibungen von Häuserblöcken, Straßen- und Grünräumen umfasst.

Ziel sei die Schaffung eines semantischen Stadtmodells, das etwa aus Vektordaten hinter Stadtplänen erzeugt wird, so Wasserbauer. Erste Ergebnisse sollen auf einer Statdtplanungskonferenz im Mai in Wien präsentiert werden, ein Prototyp mit Minimalanforderungen soll innerhalb eines Jahres verfügbar sein.

Weitere geförderte Projekte sind unter anderem der Dienst "Robobraille", der Texte in Braille-Schrift und in Audioaufzeichnungen transferiert, und eine Informationsangebot rund um Pflegeeinrichtungen in Österreich.

"Initialzündung"

Die Entwicklung der geförderten Projekte könne über die Website der Förderaktion mitverfolgt werden, so Nagler. Das Geld werde projektbegleitend vergeben. Die Förderaktion verstehe sich als Initialzündung. Viele Projekte würden auch von anderen Förderstellen aufgegriffen.

Ideen zur Weiterentwicklung des Internets in Österreich sollen auch im nächsten Jahr prämiert werden, kündigte Nagler an. Welchem Thema sich die "Netidee 2010" widmet, steht noch nicht fest. Das will der IPA-Vorstand öffentlich diskutieren lassen: "Die Nutzer sollen sich überlegen, was für sie interessant ist."

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(futurezone/Patrick Dax)