Bericht: Telefonica vor Hansenet-Übernahme
Verkauf bremst Vorratsdatenspeicherung aus
Der spanische Telekomkonzern Telefonica rechnet laut Medienberichten mit einer baldigen Übernahme des deutschen DSL-Anbieters Hansenet (Alice).
"Wir sind in der Endphase der Verhandlungen", wurde Telefonicas geschäftsführender Vorstand Julio Linares am Samstag in der spanischen Presse zitiert. Der Hamburger Telefonanbieter ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Telecom Italia. Telefonica, zu dem in Deutschland unter anderem der Mobilfunkanbieter O2 gehört, habe den Italienern 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro geboten, hieß es.
Telefonica will außerdem seine zentrale Einkaufsabteilung von Madrid nach München verlegen. Ausschlaggebend für den Umzug seien die Nähe zu den wichtigsten Lieferanten und die steuerlichen Vorteile Bayerns gegenüber Spanien, hieß es in dem Konzern.
Bisher keine Vorratsdatenspeicherung
Laut einem Bericht der deutschen "WirtschaftsWoche" ist der anstehende Verkauf auch einer der Gründe, warum Hansenet die Vorratsdatenspeicherung bisher nicht umgesetzt hat. Kurz vor Abschluss der Verhandlungen wolle Hansenet-Chef Paolo Ferrari nicht mehr in die notwendige Technik, die 400.000 Euro kosten soll, investieren, so das Magazin. Zudem soll der Anbieter Liquiditätsengpässe haben.
Der Bericht zitiert weiters aus einer Studie des deutschen Justizministeriums, wonach es zwischen 1. März und 31. August dieses Jahres 100 erfolglose Auskunftsersuchen gegeben hat. Die meisten Fehlversuche gab es demnach bei Hansenet.
(dpa/futurezone)
