Tauschbörsen-Nutzer kaufen auch Musik
Eine neue Studie untermauert, dass Internet-Nutzer prinzipiell bereit sind, für Musik-Downloads zu bezahlen.
Von den befragten Tauschbörsen-Nutzern gaben 71 Prozent an, in den letzten drei Monaten eine Musik-CD käuflich erworben zu haben.
Damit wird bestätigt, was die Musikindustrie nicht wahrhaben will, nämlich dass Downloader und Konsument ein und dieselbe Person sind.
Schon lange wird kritisiert, dass die Musiklobby durch rechtliche Schritte gegen einzelne Tauschbörsen-Nutzer mehr potenzielle Käufer vergrault als vom unerlaubten File-Tausch abbringt.
Für die Studie wuren 36.000 Internet-Nutzer von Nielsen/NetRatings befragt.
Nielsen/NetRatings-StudieRap und Hip-Hop am beliebtesten
Auch fand man heraus, welche Musikangebote von den Downloadern bevorzugt werden.
Unter den beliebtesten Musikrichtungen rangiert Rap/Hip-Hop eindeutig auf Platz eins, gefolgt von den Genres Dance und Club Music, R&B, Soul und Rock.
Greg Bloom, Analyst bei Nielsen/NetRatings, sieht die Studie als eine Chance für die Musikindustrie, die Präferenzen der Nutzer zu erkennen und ihre Bezahldienste den Wünschen entsprechend anzupassen. Das könnte den meist langsam anlaufenden Services auf die Sprünge helfen.
Tauschbörsen schon größer als Musikindustrie
Der "Umsatz" bei Tauschbörsen soll nach Aussage von Eric Garland,
Gründers der Download-Monitoringfirma Big Champagne, bereits größer
als jener der milliardenschweren Musikindustrie sein. Der
Wachstumstrend sei zudem nicht zu stoppen.
Tauschbörsen sind nicht aufzuhaltenNur jeder Fünfte glaubt Künstler zu schädigen
Bereits seit längerem versucht die Unterhaltungsindustrie einerseits mit vereinzelten Klagen, andererseits mit millionenschweren Werbekampagnen das "Unrechtsbewusstsein" der User zu erhöhen und so gegen den Download von Musik und Filmen aus dem Internet vorzugehen.
Doch eine Studie des Marktforschungsunternehmens Ipsos Reid ergab, dass die meisten Downloader den Tausch von Musik und Filmen als rechtmäßig ansehen.
Nur jeder Fünfte glaubt mit seinem Handeln den Künstlern finanziellen Schaden zuzufügen, und nur neun Prozent halten den Online-Musiktausch für grundsätzlich falsch.
69 Prozent schätzen den Download einzelner Titel, ohne gleich das ganze Album erwerben zu müssen, und 65 Prozent der Befragten erklärten, sie holten sich vor allem Musik, die nur schwer im Handel zu kriegen sei.
73 Prozent der befragten US-Downloader begründen ihren Gratis-Musikerwerb damit, dass sie die Titel vor einem eventuellen Kauf Probe hören wollten.
Downloader ohne schlechtes Gewissen
