17.03.2003

STUDIE

Bildquelle: PhotoDisc

Downloader ohne schlechtes Gewissen

Bereits seit längerem versucht die Unterhaltungsindustrie mit millionenschweren Werbekampagnen das "Unrechtsbewusstsein" der User zu erhöhen und so gegen den Download von Musik aus dem Internet vorzugehen.

In US-Werbespots wettern etwa Superstars wie Britney Spears, Eminem, Sting und Lenny Kravitz gegen den Online-Diebstahl von Musik und fordern "Real Fans support Artists".

Doch wie beurteilen die Nutzer selbst die moralische Seite der Musik- und Film-Downloads? Eine Studie des Marktforschungsunternehmens Ipsos Reid zeigt, ob die Appelle der Stars unter den Nutzern die gewünschte Wirkung entfalten.

Probehören vor Kaufentscheidung

Das Ergebnis der Studie zeigt deutlich, dass die meisten Downloader den Tausch von Musik und Filmen als rechtmäßig ansehen und sich gegen eine Einstellung von P2P-Services auf Grund von Klagen der Unterhaltungsindustrie aussprechen.

Nur jeder Fünfte glaubt mit seinem Handeln den Künstlern finanziellen Schaden zuzufügen, und nur neun Prozent halten den Online-Musiktausch für grundsätzlich falsch.

73 Prozent der befragten US-Downloader begründen ihren Gratis-Musikerwerb damit, dass sie die Titel vor einem eventuellen Kauf probehören wollten.

69 Prozent schätzen den Download einzelner Titel, ohne gleich das ganze Album erwerben zu müssen, und 65 Prozent der Befragten erklärten, sie holten sich vor allem Musik, die nur schwer im Handel zu kriegen sei.

Hälfte lädt regelmäßig herunter

In der Altersgruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen gaben gar 48 Prozent an, im Laufe des letzten Monats MP3s aus Tauschbörsen bezogen zu haben.

Bei den 18- bis 24-Jährigen waren es mit 42 Prozent nur etwas weniger.

Hochgerechnet soll etwa ein Fünftel der US-Bürger [40 Millionen] regelmäßig P2P-Dienste nutzen.