SAP-Gründer pessimistisch für 2009

AUSBLICK
28.12.2008

SAP-Mitbegründer Hasso Plattner blickt für seinen Software-Konzern, aber auch für die Weltwirtschaft pessimistisch ins neue Jahr.

"Schlimmer als schlechte Aussichten sind gar keine. Es herrscht totaler Nebel. Wir haben keine Ahnung mehr, wie es weitergeht", sagte der Multimilliardär dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Die Welt hat viel zu sehr auf Pump gelebt und tut es noch." Plattner selbst hat dem Bericht zufolge in den vergangenen Monaten allein durch den Wertverlust seiner SAP-Aktien über eine Milliarde Euro verloren. Das seien aber "erst mal nur Papierwerte".

Hopp: "Zu schnell reagiert"

Der SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp kritisierte die derzeitige Führung des Software-Herstellers für ihre Reaktion auf die internationale Finanzkrise. "Ich hätte nicht so hastig und spektakulär wie die SAP reagiert, die sofort Notmaßnahmen eingeleitet hat, als im September die Auftragslage einbrach", sagte er der "Welt am Sonntag".

Das habe zu schnell für eine negative Stimmung gesorgt, sagte der ehemalige Vorsitzende des Vorstands und des Aufsichtsrats der SAP. "Ich würde versuchen, mehr Optimismus zu verbreiten. Es ist wie bei einem Kranken - nur 50 Prozent sind die eigentliche Krankheit, 50 Prozent stammen von der Psyche."

Finanzkrise als Chance

Generell biete die Finanzkrise der Wirtschaft aber die Chance zum Wandel, sagte Hopp, dessen Vermögen auf rund 6,3 Milliarden Euro geschätzt wird. "Die Krise wird dafür sorgen, dass diese smarten Investmentbanker verschwinden. Sie haben das Ganze mit immer neuen Mogelpackungen ad absurdum getrieben."

SAP hatte sich Ende Oktober nach einem Gewinnrückgang und dem Verlust von Marktanteilen im dritten Quartal von seinen Jahreszielen verabschiedet und ein Sparprogramm von rund 200 Millionen Euro angekündigt. Der Gewinn des Software-Hauses schrumpfte unter dem Strich von 408 Millionen Euro im Vorjahr auf 388 Millionen Euro.

Mehr zum Thema:

(dpa)