16.03.2003

FUNK-CHIPS

Bildquelle: fuZo

Das Lagerhaus wird intelligent

Dem Beruf des Lagerarbeiters könnte es bald so ergehen, wie es den Besenbindern, Kesselflickern, Wegmachern oder Bleisetzern ergnagne ist. Mittels RFID-Technolgie [Radio Frequency Identification] kann der Güterumschlag nahezu vollständig automatisiert werden.

IBM stellte auf der Cebit unter dem Namen "Tower 24" den Prototyp eines vollautomatischen Auslieferzentrums vor, das mit der neuen Technologie ausgestattet werden kann.

Das Warendepot ist automatisch, Kunden können ihre gelieferten Waren rund um die Uhr abholen. Benachrichtigt werden sie per E-Mail, SMS oder Voicemail, bezahlt wird per EC-Karte.

RFID- Marke ersetzt Strichcode

Bei der Technologie wird der herkömmliche Strichcode von bislang lediglich 12 bis 15 Ziffern durch eine so genannte RFID-Marke ersetzt.

Diese enthält neben einem Chip eine Antenne, über die Daten an entsprechende Lesegeräte übertragen werden können. So lassen sich Hunderte von Zeichen speichern und bis zu 100.000 Mal überschreiben.

"Wir haben Anfragen, aber noch kein konkretes Projekt für RFID", sagte der Leiter des Produktmarketing der ebenfalls an dem Projekt beteiligten GUS Group, Martin Vollmer.

Interessant sei RFID laut Vollmer zum Beispiel für die hausinterne Postverteilung auf großen Firmengeländen oder für die Ausstattung mit Ersatzteilen.

Preise bald unter 5 US-Cent

Die britische Einzelhandelskette Marks & Spencer habe durch den Einsatz von RFID die durchschnittliche Zeit für das Abarbeiten einer Palette von 29 auf 5 Sekunden reduziert, schreibt James Crawford vom Marktforschungsinstitut Forrester Research in einer Branchenstudie.

Die Preise für RFID-Marken von Herstellern wie Texas Instruments liegen dem Experten zufolge zwischen 20 US-Cent für Einweg- Papiermarken bis hin zu mehreren USD für überschreibbare Marken, die über Jahre eingesetzt werden können.

Das US- Forschungsinstitut MIT hat mit seinem Projekt Auto-ID [automatische Erkennung] Preise von weniger als 5 US-Cent in Aussicht gestellt. Spätestens von 2005 an werde kräftig in die neue Technologie investiert, erwarten die Branchenbeobachter von Forrester.