Sun-Chef McNealy bleibt optimistisch
Anlässlich der jährlichen internen "Worldwide Analyst Conference" in San Francisco hat Sun-Chef Scott McNealy die weitere Marschrichtung des Serverspezialisten dargelegt.
McNealy will die Situation seines Konzerns, der zuletzt unter Druck gekommen ist, vor allem durch eine Innovationsoffensive wieder auf Vordermann bringen.
"Die Skepsis ist im Moment sehr hoch", so McNealy. "Doch schreibt uns nicht zu schnell ab ... Wir haben schon wesentlich härtere Zeiten durchgestanden."
Marktanteile zurückholen
Neben verstärktem Engagement im Bereich der Einsteiger-Server mit
ihren 32-Bit-Chips sollen vor allem neue Technologien bei den
High-End-Systemen Marktanteile von den Konkurrenten HP und IBM
zurückholen.
Sun geht ins Server-Billigsegment"Throughput Computing"
Bei den High-End-Rechnern setzt Sun für die Zukunft auf "Throughput Computing". Mit dieser Technologie wird die Integration von vielen Prozessor-Kernen auf einem Chip bezeichnet.
Dafür wird die Niagara-Technologie der im vergangenen Jahr übernommenen Afara Websystems eingesetzt. Dabei werden bis zu acht Prozessoren-Kerne, die wiederum bis zu vier Befehlsstränge gleichzeitig bearbeiten können, auf ein Silizium-Plättchen gepackt.
Ähnliche Ansätze verfolgt auch IBM mit seinem Power4-Prozessor der ebenfalls zwei Kerne auf einem Chip vereinigt, und Intel mit dem Hyper-Threading beim Pentium 4. Throughput-Computing-Systeme sollen bei gleicher Größe ein Vielfaches an Leistung gegenüber bisherigen 64-Bit-Prozessoren bieten.
Ab 2005 sollen die ersten Niagara-Chips von Sun auf den Markt kommen.
MS und Sun konkurrieren auch vor Gericht
Microsoft und Sun liefern einander derzeit harte Duelle vor
Gericht. Nachdem Microsoft im Jänner dazu verurteilt wurde, Suns
Java-Version in Windows einzubauen, kontert der Softwareriese nun
seinerseits mit eimer Klage gegen Sun und verlangt Anwaltsgebühren
und Schadenersatz wegen "unfairen Wettbewerbs".
Microsoft verklagt SunLinux und die Vernetzung
Auch in Zukunft will Sun nichts mit "Wintel"-PCs zu tun haben. Stattdessen bringt der Konzern seinen eigenen Linux-Thin-Client auf den Markt, der auf einen Server im Hintergrund angewiesen ist.
Bei der wieder entdeckten Liebe zu den kleinen Servern mit 32-Bit-Chips setzt Sun auf die Betriebssysteme Solaris und Linux. Ansonsten will McNealy Java sowie die Integrationstechnologie N1 weiter forcieren.
Ein weiteres wichtiges Betätigungsfeld für Sun ist die zunehmende Vernetzung.
"Suns Technologie wird es ermöglichen, alles mit einem digitalen, elektrischen oder biologischen Herzschlag zu vernetzen", kündigt der Sun-Chef an. "Alles von Wert lässt sich so mit Technologien wie Auto-ID oder RFID-Tags an das umfassende Netzwerk anbinden."
