24.09.2002

ABWICKLUNG

Bildquelle: cybertron / orf on

"Rest-Cybertron" überlebt vorerst

Vorerst aufatmen darf der insolvente Wiener Telekombetreiber Cybertron nach der heutigen Ausgleichstagsatzung.

Die mehr als 460 Gläubiger haben den angebotenen Ausgleich angenommen und einer Teilbarquote von sieben Prozent zugestimmt, wie KSV-Insolvenzexperte Christian Vavrik der APA mitteilte. "Mit Cybertron geht es vorläufig weiter."

Das Unternehmen hat nun zehn bis zwölf Wochen Zeit, die Voraussetzung für die Finanzierung der Teilbarquote zu erfüllen. Möglich wird das laut Vavrik aber nur sein, wenn es gelingt, die Gläubiger zu Rückstehungs- und Verzichtserklärungen zu bewegen und zu einer Einigung mit Hauptgläubigerin Telekom Austria [TA] zu kommen.

Sonst würde Cybertron in den Anschlusskonkurs schlittern.

Umstrittene Forderungen

Das angemeldete Forderungsvolumen bezifferte Vavrik am Dienstag mit 86,3 Mio. Euro, etwas höher als zuletzt. Anerkannt seien davon bisher 16,2 Mio. Euro.

Cybertron-Anwalt Karl Engelhardt will die Forderungen auf 30 bis 35 Mio. Euro herunterbringen: "Das wird unsere Aufgabe in den kommenden Wochen sein."

Laut Ausgleichsverwalter Peter Schulyok ist ein erheblicher Teil der angemeldeten Forderungen strittig [darunter etwa Forderungen der TA, der Wiener Softwarefirma Yline oder der "Kronen Zeitung"]. Entscheidend werde auch sein, eine Lösung bei den Leasingverträgen zu finden, wie er am Montag betont hatte.

Aktie bei 25 Cent

Für den Insolvenzprofi Schulyok ist der Ausgleich nur erfüllbar, wenn die Gläubiger "erhebliche Verzichtserklärungen für die Verbindlichkeiten abgeben".

Das finanzielle Potenzial Cybertrons zur Schuldentilgung, unter anderem aus Provisionen des laufenden Geschäfts, liegt laut Schulyok bei 9,6 Mio. Euro.