Cybertron mit 82,7 Mio. Euro Schulden
Ob dem insolventen Wiener Telekombetreiber Cybertron ein Ausgleich gelingt, dürfte auch nach der morgigen Ausgleichstagsatzung vorerst offen bleiben.
"Nach menschlichem Ermessen wird es morgen zu keiner Abstimmung kommen", sagte Cybertron-Anwalt Karl Engelhardt Montagnachmittag zur Austria Presse Agentur.
Die Gläubiger hätten zuletzt eine Aufbesserung der gebotenen Mindestquote von 40 Prozent verlangt. Darüber - so Engelhardt - werde am Dienstag zu diskutieren sein.
Verkürzung der Zahlungsfrist
Konkret gehe es um eine fünfprozentige Kassaquote, mit der eine
erste Ausgleichsrate beglichen werden soll, sagte Engelhardt. Dies
sei - neben einer Verkürzung der zweijährigen Zahlungsfrist - auf
Wunsch von Gläubigergruppen "die Voraussetzung für die Annahme des
Ausgleichs".
CybertronAnschlusskonkurs möglich
Genau dies könnte laut Beobachtern zum Stolperstein für Cybertron werden und damit zu einem Anschlusskonkurs führen. Eine Entscheidung zum Ausgleich selbst, wie immer sie ausfallen mag, erwartet Engelhardt "noch im September".
Nach bisherigen Angaben des Kreditschutzverbands von 1870 [KSV] sind 460 Gläubiger von der Insolvenz betroffen. In dem von Schulyok erstellten Status stehen Passiva von 82,7 Mio. Euro, die von den Gläubigern als Forderungen angemeldet wurden [Cybertron hatte in seinem Insolvenzantrag von knapp 61 Mio. Euro gesprochen], Aktiva von 8,3 Mio. Euro gegenüber.
Der TA schuldet Cybertron 5,5 Mio. Euro, doch könnte diese auf die Forderung verzichten.
Forderungen von Yline und Cisco
Auch die von der insolventen Softwarefirma Yline, der "Kronen Zeitung" und dem US-Netzwerkausrüster Cisco geltend gemachten Ansprüche dürften nach Einschätzung von Schulyok "nicht zu Recht bestehen" und sollen nun bestritten werden.
