Cybertron beantragt Ausgleich
Der Telekombetreiber Cybertron hat am Donnerstag Nachmittag beim Handelsgericht Wien Ausgleich beantragt.
Nach bisherigen Angaben des Vorstands ist die Telefongesellschaft mit rund 60 Millionen Euro verschuldet, dies entspricht nahezu dem gesamten Vorjahresumsatz von 66,7 Millionen Euro.
Kurz vor 15 Uhr wurde die Aktie vom Börsenhandel ausgesetzt. Die für den 4. Juli 2002 angesetzte Hauptversammlung soll wie geplant durchgeführt werden.
Ausgleichsverfahren wird am Freitag eröffnet
Alexander Klikovits vom Kreditschutzverband von 1870 [KSV]
widersprach der Mitteilung von Cybertron und betonte, dass der
Antrag auf Eröffnung eines Ausgleichsverfahrens noch nicht gestellt
worden sei. Er werde erst morgen eingebracht, sagte Klikovits.
Verhandlungen mit TA gescheitertGeschäftsgrundlage entzogen
Wie berichtet war es wegen der geplatzten Verhandlungen über einen Zahlungsplan für offene Rechnungen von angeblich gut 7 Millionen Euro gegenüber der Telekom Austria [TA] gestern, Mittwoch, um 0.00 Uhr zur Abschaltung der Verbindungsleitungen zwischen dem Telekom-Netz der Cybertron und dem TA-Netz gekommen.
Damit, so Cybertron, sei dem Unternehmen die Geschäftsgrundlage - der Betrieb eines österreichweiten, selbst betriebenen Telekomnetzes sowie die Erbringung von Sprach- und Datendiensten - entzogen worden.
70.000 Cybertron-Kunden von UTA versorgt
Durch die in den vergangenen Tagen mit der UTA Telekom AG
verhandelte Vereinbarung sei es möglich geworden, die Versorgung der
rund 70.000 Cybertron-Kunden mit Sprachdiensten über das Netz der
UTA großteils sicherzustellen.
UTA "übernimmt" Cybertron-KundenHistorie
Cybertron bietet seit 1996 österreichweit Datendienste und seit Mai 1998 Sprachdienste über ein Netz von Glasfaser- und Kupferleitungen sowie Richtfunkstrecken an.
Mit 66,7 Millionen Euro Umsatz [2001] ist Cybertron nach eigenen Angaben der zweitgrößte alternative Telekombetreiber Österreichs nach UTA.
Aktie ist nun wertlos
Cybertron ist seit 1. Dezember 1999 an der Wiener Börse gelistet.
Vor der heutigen Handelsaussetzung notierte der Titel bei 30 Cent.
Anleger, die ihr Geld in die zu 11 Euro emittierte Telekomaktie
investierten, haben seit dem Börsengang im Dezember 1999 mehr als 97
Prozent und damit nahezu alles verloren.
Kreditschutzverband zu Cybertron
