Gerüchte über neuen TA-Finanzchef

Aufsichtsrat
21.08.2006

Die Telekom Austria [TA] soll einen neuen Finanzchef bekommen. Die Weichen dafür dürften bei der Aufsichtsratssitzung am Dienstag gestellt werden.

Der am 10. April 2007 auslaufende Vertrag von Finanzvorstand Stefano Colombo [45] soll nicht verlängert werden, erfuhr die APA aus Branchenkreisen.

Weitere Themen der Aufsichtsratssitzung der börsennotierten TA sind die für Mittwoch zur Veröffentlichung anstehenden Halbjahreszahlen und die Südosteuropa-Expansion.

Langjährige Ablösegerüchte

Um Colombo ranken sich bereits seit langem Ablösegerüchte. Schon im Oktober 2004 galt seine Wiederbestellung für weitere zwei Jahre als große Überraschung. Damals soll sich Ex-TA-Chef Heinz Sundt für den gebürtigen Italiener stark gemacht haben.

Als Wunschkandidat für die Nachfolge war zuletzt der derzeitige Finanzvorstand der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile International in Bonn, Thomas Winkler [43], gehandelt worden. Der gebürtige Salzburger war bereits 2004 als Nachfolger Colombos im Gespräch.

Im April 2000 wurde Colombo - damals noch auf dem Ticket des damaligen Sperrminortätsaktionärs Telecom Italia - zum Generaldirektor-Stellvertreter und Finanzvorstand der TA bestellt.

Heißes Thema Expansion

Neben den Halbjahreszahlen wird auch die zuletzt ins Stocken geratene Südosteuropa-Expansion ein Thema sein. Trotz der jüngsten Niederlagen in Serbien und der Slowakei dürfte der Vorstand aber von der bisherigen Strategie nicht abgehen.

Im Fokus steht nun Bosnien-Herzegowina, wo zuletzt der Verkauf von 65 Prozent der Telekom Srpske gestartet wurde. Die Frist für den Erwerb der Ausschreibungsunterlagen endet am 4. September, die Interessenten haben dann bis 4. Oktober Zeit, ihre Angebote abzugeben.

Niederlage in Serbien und der Slowakei

In Serbien war die mobilkom austria bei der Versteigerung des Mobilfunkers Mobi63 Ende Juli dem norwegischen Konkurrenten Telenor unterlegen. In der Slowakei war die mobilkom Anfang August nicht zum Zug gekommen, nachdem die dritte slowakische Handylizenz an die spanische Telefonica vergeben worden war.

Derzeit werde evaluiert, warum die Telefonica und nicht die mobilkom die Lizenz bekommen hat, so mobilkom-Sprecherin Elisabeth Mattes. Eine derartige Untersuchung sei ein Standardprozess. Eine EU-Klage, wie in einem Medienbericht kolportiert, sei aber nicht geplant.

Die Niederlage in der Slowakei kam für Insider überraschend, zumal der heimische Marktführer informierten Kreisen zufolge noch am Vorabend der Entscheidung erstgereiht war. Ausschlaggebend für den Zuschlag war laut slowakischer Telekom-Behörde nicht der Preis, sondern die gewünschte Steigerung des Wettbewerbs auf dem Markt.

(APA)