Nemsic bereut Mobi63-Verlust nicht
Der Generaldirektor der Telekom Austria [TA], Boris Nemsic, sieht das jüngste Scheitern in Serbien und der Slowakei nicht als "Niederlage". In Serbien hofft er nun auf eine neue Handylizenz, der Fokus bei der Südost-Expansion liegt nun auf Bosnien-Herzegowina.
Dass die norwegische Telenor den Zuschlag für die serbische Mobi63 - einst Mobtel - erhalten hat, scheint für die TA kein Weltuntergang zu sein. Der Kaufpreis von mehr als 1,5 Mrd. Euro sei "nicht gerechtfertigt" gewesen, so Nemsic am Freitag.
TA-Anleger zufrieden
Die Telekom hatte zwar bei 1,513 Mrd. Euro noch mitgeboten, Telenor erhielt jedoch aufgrund eines höheren Ausgangsgebots den Zuschlag. TA-Anleger werten diese Entwicklung jedoch laut Nemsic nicht negativ: "Die Telekom hat seit Montag bis Donnerstag 750 Mio. Euro an Wertzuwachs gewonnen", betonte der mobilkom-Chef.
Die mobilkom sehe nun die Chance, die dritte serbische Handylizenz zu erwerben, die im Herbst um etwa 320 Mio. Euro verkauft werden soll.
"Das ist kein Zweckoptimismus", so Nemsic, einen dritten, neuen Betreiber aufzubauen sei "wesentlich günstiger" und daher die "bessere Lösung".
"Slowakei ist uneinbringlich"
Nemsic bedauert generell das Ausscheiden der TA in Serbien und der Slowakei. "Es tut mir weh, die Slowakei allerdings wesentlich mehr als Serbien, weil die ist uneinbringlich".
Die dritte slowakische Handylizenz war am Mittwoch an die spanische Telefonica vergeben worden. Die Niederlage der Mobilkom in der Slowakei kam für Insider überraschend, zumal der heimische Marktführer informierten Kreisen zufolge noch am Vorabend der Entscheidung erstgereiht war.
Ausschlaggebend für den Zuschlag war laut slowakischer Telekombehörde nicht der Preis, sondern die gewünschte Steigerung des Wettbewerbs am Markt.
Fokus auf Bosnien-Herzegowina
Der Fokus der Südosteuropa-Expansion der TA liegt nun auf Bosnien-Herzegowina, wo der Verkauf von 65 Prozent der Telekom Srpske gestern gestartet wurde.
"Wir gehen davon aus, dass wir ein Angebot legen", sagte Nemsic. Bieter können dort bis 4. September ein Angebot legen. Man rechne allerdings auch da mit prominenten Mitbewerbern, so Nemsic.
Auch am bosnischen Telekombetreiber BH Telecom - mehrheitlich im Besitz der moslemisch-kroatischen Föderation Bosnien-Herzegowina - wäre die TA interessiert, sollte dieser wie derzeit angedacht auch verkauft werden.
(APA)
