01.08.2002

USA

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Betrugsklage gegen Ex-WorldCom-Chefs

Im Buchhaltungsskandal um den US- Telekommunikationskonzern WorldCom sind am Donnerstag der Ex-Finanzchef Scott D. Sullivan und der frühere Topbuchhalter David Myers wegen Betruges angeklagt worden.

Das Justizministerium legt ihnen eine systematische Aushöhlung der Gesetze der Buchhaltung und eine "Intrige zum Betrug der Öffentlichkeit" zur Last.

Sullivan und Myers hatten sich nach einem Haftbefehl am Donnerstag in New York den Behörden gestellt. Wie der Sender CNN meldete, wurden Sullivan und Myers noch am selben Tag einem Haftrichter vorgeführt und dann gegen Kaution frei gelassen. Sie beträgt im Fall Sullivan 10 Millionen USD [10,2 Millionen Euro], im Fall Myers zwei Millionen. Beide mussten ihre Häuser als Sicherheit bieten und außerdem ihre Pässe hinterlegen.

Konkursverfahren

WorldCom befindet sich in einem Konkursverfahren, nachdem das Unternehmen vor wenigen Wochen Falschbuchungen von 3,85 Milliarden USD zugegeben hatte. Dadurch waren tatsächliche Verluste in fiktive Gewinne verwandelt worden. Sullivan war gefeuert und Myers zum Rücktritt gezwungen worden.

Die WorldCom-Aktien, die auf dem Höhepunkt des Telekombooms noch insgesamt mehr als 100 Milliarden USD wert waren, sind inzwischen fast wertlos.

Untersuchungen gegen Ebbers

Gegen den früheren langjährigen Konzernchef und WorldCom-Mitgründer Bernard Ebbers laufen ebenfalls Untersuchungen.