Kreditschutzverband zu Cybertron
Der Ausgleich des Telekomanbieters Cybertron ist nach Aussagen des Kreditschutzverbands von 1870 [KSV] heuer nach Libro die bisher zweitgrößte Firmeninsolvenz. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 107 Mitarbeiter.
Das Frühwarnsystem ist bereits aktiviert worden. Wie viele Dienstnehmer beim Arbeitsmarktservice [AMS] zur Kündigung vorsorglich angemeldet wurden, ist noch offen.
460 Gläubiger bei Überschuldung von 25,1 Millionen Euro
Cybertron gibt nach Angaben des KSV eine Verschuldung von 60,8
Millionen Euro an. Die Passiva entsprechen damit nahezu dem gesamten
Vorjahresumsatz von 66,7 Millionen Euro [2001]. Ihre Aktiva
beziffert die Telefongesellschaft mit 35,7 Millionen Euro. Rein
rechnerisch beträgt die Überschuldung daher 25,1 Millionen Euro.
Beim KSV spricht man von insgesamt 460 Gläubigern, darunter
Österreichs größter Telekomkonzern, die Telekom Austria [TA].
Cybertron beantragt AusgleichMindestquote von 40 Prozent
Den Geschäftsbetrieb wolle der alternative Telekombetreibers weiter führen. Teilbereiche, so der KSV, müssten jedoch eingeschränkt oder still gelegt werden.
Laut KSV bietet Cybertron den Gläubigern eine Mindestquote von 40 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme.
Die Finanzierung des Ausgleichs soll zum Teil aus Erlösen des Fortbetriebs erwirtschaftet werden, teilweise aus der Verwertung nicht benötigter Vermögensgegenstände [vor allem Beteiligungen]. Später sei auch die Zufuhr von Eigenmitteln geplant, berichtet der KSV.
Seit Börsengang 1999: 97 Prozent verloren
An der Wiener Börse gelistet ist Cybertron seit 1. Dezember 1999.
Der Handel wurde heute gegen 15.00 Uhr MESZ bis auf weiteres
ausgesetzt. Vor der Handelsaussetzung notierte der seit Tagen massiv
unter Druck stehendeTitel mit 30 Cent gut 6 Prozent schwächer.
Anleger, die ihr Geld in die zu 11 Euro emittierte Telekomaktie
investierten, haben seit dem Börsengang mehr als 97 Prozent und
damit nahezu alles verloren.
Kunden dürfen telefonieren, Aktie fast wertlos
