Kunden dürfen telefonieren, Aktie fast wertlos
Die Kunden des alternativen Telekomanbieters Cybertron können wieder [zum Teil] telefonieren.
Wie das Wiener Unternehmen mitteilte, wurde Dienstagabend eine Vereinbarung mit der UTA Telekom abgeschlossen. Damit, so hieß es weiter, werde die weit reichende Versorgung der Telefonkunden von Cybertron über die UTA-Telekominfrastruktur sichergestellt.
In einer UTA-Presseaussendung hört sich der Vorgang allerdings so an
"In einem ersten Schritt werden im Laufe des heutigen Tages die Telefonie-Services über UTA aktiviert. Das heißt, dass die Kunden durch einfache Vorwahl der UTA-Betreiberkennung '1002' wieder telefonieren können. Auch die Internet-Dial-up-Services von Cybertron können durch einfaches Ersetzen des Carrier-Codes von Cybertron durch die UTA-Kennung 1002 in der Einwahlnummer genützt werden."
Zuvor waren Verhandlungen mit der Telekom Austria [TA] über unbezahlte Rechnungen geplatzt. Die TA hatte daraufhin am Dienstag, 0.00 Uhr, die Leitungen zu Cybertron gekappt, die Zusammenschaltung der Netze wurde aufgehoben. Damit, so Cybertron, seien 70.000 Kunden fast gänzlich von ihren Telekommunikationsmöglichkeiten abgeschnitten gewesen.
TA: "Wir nehmen Cybertron vom Netz"Unmittelbares Ziel
"In den letzten 48 Stunden war die Versorgung unserer Kunden unser größtes Anliegen," erklärte Cybertron-Unternehmenssprecher Christian Forstner. "Durch den abgeschlossenen Vertrag mit der UTA haben wir dieses unmittelbare Ziel erreicht und sind überzeugt, im Interesse unserer Kunden den richtigen Partner für die Zukunft gewählt zu haben."
"Die genaue weitere Vorgangsweise" hängt jetzt laut der UTA "neben der Klärung der technischen Fragen vor allem auch von der Kooperationsbereitschaft der Telekom Austria ab".
Details der Vereinbahrung zwischen der UTA und Cybertron wurden unterdessen nicht genannt.
Jagd auf die Cybertron-KundenZukunft ungewiss
Wie es mit Cybertron weitergeht, bleibt unterdessen abzuwarten, da die wahrscheinlich 6,6 Millionen Euro Schulden des Unternehmens bei der TA ja weiterhin offen sind. Insgesamt hat Cybertron derzeit Schulden von rund 60 Millionen Euro.
Der Handel mit Cybertron-Aktien wurde aber heute um 10.00 Uhr wieder aufgenommen. Der Börsenhandel ist gestern bis auf weiteres ausgesetzt worden.
Das Papier stürzte heute nach Handelsaufnahme ins Bodenlose. Gegen 10.30 Uhr notierte der Titel mit zehn Cent um gut 90 Prozent tiefer.
Anleger, die ihr Geld in die einst zu 11 Euro emittierte Telekomaktie investierten, haben seit dem Börsengang von CyberTron im Dezember 1999 gut 99 Prozent und damit fast alles verloren.
