15.06.2002

PIXEL GEWALT

Bildquelle: zomb

Kinder vor den eigenen Eltern schützen

Erst gestern hat der deutsche Bundestag das umstrittenene neue Jugendschutzgesetz verabschiedet, schon denken deutsche Politiker, die explizit eine europäische Vorreiterrolle beim Jugendschutz in den Medien anstreben, über weitere Schritte nach:

Um Kinder von "Gewalt-Filmen und grausamen Computerspielen" abzuhalten, wollen die Justizminister jetzt die Erziehungsfreiheit der Eltern einschränken.

Keine Prügel, keine Gewaltmedien

Daraus sei früher auch das Recht auf die Prügelstrafe abgeleitet worden. Das habe sich im Bereich der körperlichen Gewalt geändert. "Wir sollten jetzt den konsequenten Schritt tun und dies auch im Hinblick auf die seelische Gewalt ermöglichen", sagte Pfeiffer.

Sozial verkümmerte Kinder

Die Justizminister überlegten auch schärfere Maßnahmen gegen den Besitz und das Herunterladen gewaltverherrlichender Computer-Spiele. Das Strafrecht allein könne aber nicht die Lösung sein, meinte Pfeiffer.

Vor allem müsse die Medienpädagogik in Schulen gestärkt werden. "Wir müssen die Schule fit machen, Überzeugungsarbeit zu leisten und Exzesse der Isolation zu verhindern."

Denn das viele Spielen am Computer lasse die Kinder sozial verkümmern. "Da wird Lebenszeit geklaut", sagte Pfeiffer. "Die Persönlichkeit wird nicht gefördert, wie sonst durch zum Beispiel Fußballspielen, Radfahren, sich austoben, mit einem Mädchen flirten." Das Strafrecht stamme aus einer Zeit, als es die Macht der Bilder in dem Maße noch nicht gegeben habe.