15.05.2002

KARTELLPROZESS

Bildquelle: ap/linux

Streit um Anti-Linux-Memo

Die neun klagenden US-Bundesstaaten im Kartellprozess gegen Microsoft haben die zuständige Richterin Colleen Kollar-Kotelly aufgefordert, ein internes MS-Memo doch noch zu berücksichtigen.

In dem Memo forderte Microsoft-Vizepräsident Joachim Kempin drastische und teils "geheime" Maßnahmen, um den Einfluss von Linux zu begrenzen.

Ein Konzernsprecher sagte allerdings, dass das Memo "irrelevant" sei, weil es nur einige "zufällige Überlegungen" enthalte, die zudem niemals umgesetzt worden seien.

Die Kläger argumentieren dagegen, dass das Memo zeige, welche Mittel bei Microsoft als überlegenswert und damit üblich angesehen wurden.

Linux sabotieren

In dem Memo vom August 2000 - der Linux-Hype bewegte sich damals auf seinen Höhepunkt zu - schlug Kempin unter anderem vor, dass Intel Informationen vorenthalten werden sollten, weil der Chiphersteller Linux fördere.

Außerdem sollten Verträge mit Unternehmen, die Linux unterstützen, "weniger großzügig" ausgelegt werden.

Zeugenanhörung beendet

Im Kartellverfahren sind die Anhörungen über Strafauflagen für das Softwareunternehmen Ende letzter Woche zu Ende gegangen.

Die Richterin will die abschließenden Argumente Mitte Juni hören und anschließend ihr Urteil fällen.