Der GameCube im fuZo-Test
Nintendo hat seine Next-Generation-Konsole, den GameCube [GC], letzte Woche auf dem europäischen Markt gelauncht. Damit ist die Konsolenriege auch hierzulande komplett. In Japan und den USA ist die Konsole aus Kyoto schon seit letztem Jahr erhältlich.
Nintendo zeigt mit dem GC dass Spielkonsolen auch anders sein können: Mit Außenmaßen von 15 x 11 x 20 cm [Breite/Höhe/Tiefe mit Henkel] und einem Gesamtgewicht von 1.370 Gramm ist sie leichteste und kleinste Next-Gen-Konsole. Microsofts Xbox bringt immerhin 4,1 Kilo auf die Waage und die PS2 von Sony 2,3 Kilo.
Das Design des GC hebt sich ebenfalls von der Konkurrenz ab: [Fast] quadratisch und mit Henkel ist der erste Eindruck eher: "Jö, wie herzig¿. Einmal auf Touren und näher betrachtet ist er aber keineswegs die Kinderkonsole, für die er oft belächelt wird.
GameCube EuropaGutes Controller-Handling
Der zweite Eindruck ist solide. Die Bedienknöpfe und der Deckel liegen auf der Oberseite des GC, die vier Controllerports sowie zwei Memorycard-Steckplätze an der Vorderseite. Der Netzadapter ist ausgelagert worden und steht als optischer Wehmutstropfen neben dem GC.
An der Rückseite sind Netzanschluß, der digitale AV-Ausgang und der analoge AV-Ausgang untergebracht. An der Unterseite finden sich zwei serielle Anschlüsse [für zb. Modem oder Breitband-Internet-Dapter] und ein paraleller High-Speed-Anschluss.
Der Controller verfügt über zwei Analogsticks und ein digitales Steuerkreuz sowie insgesamt acht Funktionstasten. Die Anordnung der Knöpfe und Sticks ist durchdacht und die neue Rumble-Funktion strapaziert die Handgelenke nicht übermäßig. In Summe liegt der Controller gut in der Hand und wird als angenehm empfunden.
Abkehr vom Modul
Als Speichermedium kommt beim Gamecube ein von Matsushita entwickeltes Mini-CD- bzw. Mini-DVD-Format [acht cm Durchmesser] mit bis zu 1,5 GB Speicherkapazität zum Einsatz. Die durchschnittliche Zugriffszeit auf das Laufwerk beträgt 128 ms, die Datentransferrate reicht von 16 Mbps bis 25 Mbps.
Kein DVD-Player integriert
Mit der Wahl des kleineren Speichermediums hat sich Nintendo nicht nur von den bisherigen Modulen verabschiedet sondern auch keine DVD-Abspielmöglichkeit in den Gamecube integriert. Der Gamecube bleibt damit eine echte "reinrassige" Spielekonsole.
Echte Konsolenfreunde messen aber nicht in Zugriffszeiten oder MHz, wichtiger bei der Anschaffung sind der Preis und das verfügbare Spieleangebot.
Nach der Preissenkung auf 199 Euro [PS2 und Xbox derzeit bei 299 Euro] hat der GC gute Chancen auf dem heiß umkämpften Konsolenmarkt zu bestehen. Die Spiele kosten zwischen 50 und 60 Euro.
Der Kampf der Konsolen21 Spieletitel zum Start
Das Spieleangebot ist großzügig - zum Release stehen 21 Titel am Start: Der altbewährte Klempner [oder besser: sein Bruder], die Fortsetzung von Star Wars: Rogue Squadron und auch Sonic, der Igel von Sega, kommen zum Einsatz.
Näher betrachtet wurden "Luigi¿s Mansion" und "Waverace: Blue Storm", beide von Nintendo. Luigi, besagter Klempner's Bruder, hat eine Villa gewonnen in der er nun Geister einfangen muss. In Waverace wird mit Jetskis Rennen gefahren, eine Fortsetzung des "Wave Race 64" für Nintendos vorige Konsole "N64".
Beide Spiele haben untadelige Ingamegrafik, ansprechendes Leveldesign und guten Sound. Da beide Spiele Fortsetzungen von N64-Titeln sind, gibt es keine herausragenden Innovationen. Der Spielspass wird dadurch aber nicht in Grenzen gehalten. Nähere Vorstellungen folgen in Kürze.
Luigi's MansionDas Innenleben des GameCube
Im Innern der Konsole arbeitet ein mit 485 MHz getakteter und "Gekko" getaufter IBM Power PC, zudem kommt ein von ATI entwickelter und 162 MHz schneller Grafikchip namens "Flipper" zum Einsatz.
Insgesamt stehen 40 MByte Speicher zur Verfügung, davon 24 MByte auf von Mo-Sys stammendem, stromsparenden 1T-SRAM [zehn Ns] und 16 MByte mit 81 MHz getakteter DRAM.
Im Grafikchip sind drei MB 1T-SRAM eingebettet, wobei zwei MB davon Grafik- und ein MB Texturspeicher sind. Die Zugriffszeit des 1T-SRAM beträgt 6,2 Nanosekunden.
GBA im Controller-Einsatz
Mittels eines separat erhältlichen Adapterkabels kann auch ein Game Boy Advance an den GC angeschlossen und damit als Controller in bestimmten Spielen verwendet werden. Außerdem können Daten zwischen GC und Game Boy Advance ausgetauscht werden.
