Grünes Licht für Hewlett-Compaq
Die Fusion von Hewlett-Packard [HP] und Compaq scheint immer wahrscheinlicher.
Nachdem am Dienstag wichtige institutionelle Anleger ihre Zustimmung signalisiert haben, hat jetzt auch die US-Aufsichtsbehörde FTC dem Zusammenschluss zugestimmt.
Die Bundeshandelsbehörde habe beschlossen, den Zusammenschluss ohne Auflagen zu billigen, teilte Hewlett-Packard mit. Das Unternehmen zeigte sich von der Entscheidung erleichtert. Sie sei ein wichtiger Schritt im Zustimmungsprozess.
Die US-Unternehmen wollen den nach IBM zweitgrößten Informationstechnik-Konzern der Welt schaffen. HP und Compaq würden zusammen mit jährlichen Umsätzen von 87 Milliarden USD [rund 99 Mrd. Euro] zur weltweiten Nummer eins auf dem PC-Markt aufsteigen.
Elefantenhochzeit auf dem PC-MarktEU zeigt sich wirtschaftsfreundlich
Die EU-Kommission hat ebenfalls keine Einwände gegen die Fusion. Die Transaktion mit einem Wert von 25 Milliarden Dollar [28,3 Mrd. Euro] versetze HP nicht in die Lage, Preise zu diktieren, teilte die Behörde Anfang Februar nach einer einmonatigen Standardprüfung in Brüssel mit.
Vorhaben dieser Größe werden meist wesentlich länger von der Kommission untersucht.
Die Prüfung in Brüssel hatte auch eine politische Komponente. Die EU-Kommission zeigte nach Einschätzung von Brüsseler Beobachtern, dass sie Großfusionen problemlos und schnell billigen kann. Erst im vergangenen Jahr hatte die Kommission mit dem Veto gegen den Zusammenschluss der US-Konzerne General Electric und Honeywell transatlantische Spannungen ausgelöst.
EU zeigt sich wirtschaftsfreundlichAktionärswiderstand schwindet
Allerdings braucht die Fusion noch die Zustimmung der Aktionäre. Dabei ist das Vorhaben besonders unter den Anteilseignern von HP umstritten. Die Erben der Firmengründer Hewlett und Packard sind dagegen, sie halten als HP-Großaktionäre insgesamt 18 Prozent an dem Unternehmen.
Allerdings scheint der anhaltende Widerstand der Gründererben die eigentlich entscheidenden institutionellen Anleger nicht wirklich zu überzeugen.
Die einflussreiche amerikanische Beratungsfirma Institutional Shareholder Services [ISS] hat sich am Dienstag nach Börsenschluss für die geplante Fusion ausgesprochen. Dabei handelt es sich um eine ganz wichtige Empfehlung für die Mammuthochzeit.
ISS zählt mehr als 700 institutionelle Anleger wie Investmentfonds zu seinen Kunden und berät sie in wichtigen Unternehmensfragen für Hauptversammlungs-Abstimmungen.
Die Beratungsfirma lobte Walter Hewlett allerdings dafür, dass er das Management gezwungen habe, Risiken vor allem im Hinblick auf die Integration der beiden Unternehmen zu verringern - eine Aussage, die Hewlett nicht erfreuen dürfte, da sie das Ergebnis seiner Bemühungen genau ins Gegenteil des Gewünschten kehrt.
HP lud seine Anteilseigner für den 19. März zu einer außerordentlichen Hauptversammlung, am 20. März sollen die Compaq-Aktionäre entscheiden.
Shareholder für HP/Compaq-Merger
