03.03.2002

HEUTE

Bildquelle: APA

"Hacker-Angst" in der Formel 1

Die Formel-1-Teams sehen sich zum heutigen Saisonstart ganz neuen Gefahren gegenüber, die nach Aussagen aus dem Techniklager zu echten Katastrophen führen können.

Ursache ist eine Reglement-Änderung, welche die elektronische Regelung von Parametern via Funk durch die Techniker auch während des Rennens zulässt.

Einige Teams haben jetzt offen die Angst vor "Hacker-Angriffen" auf ihre Boliden während des Rennens ausgesprochen.

Firewalls für Rennwagen

Das Horrorszenario für die Techniker sind Eindringlinge, die sich in ihre Funknetze zu einem "Echtzeit-Videospiel" einklinken: "Dafür gibt es eindeutig das Potenzial," meint beispielsweise Sam Michael, Technikchef bei Williams.

Laut Michael könnten Eindringlinge durch Änderung von Motorparametern die hochgezüchteten Aggregate sogar zu einer Explosion bringen.

Die System erfordern allerdings im Normalfall eine Bestätigung des Fahrers für jede Änderung, aber "wenn die Software nicht sauber geschrieben wurde," könnte laut Michael auch diese Hürde überwunden werden.

Hacken statt schrauben

Während früher ein Auto komplett mechanisch aufgebaut war, hat in den letzten Jahrzehnten zunehmend die Elektronik Einzug gehalten. Inzwischen können auch bei vielen Serienfahrzeugen alle Motor-Kennlinien digital eingestellt werden.

Haben sich Hacker und Softwarebastler bis dato vor allem auf PCs konzentriert, richtet sich das Interesse inzwischen auch auf dieses Gebiet.

Hier gibt es - ähnlich der Hackerszene - sowohl findige Tüftler, die in monatelangen Messungen der Motormanagement-Software auf die Schliche kommen, wie auch Firmen, die sich vor allem auf die simple Anwendung des derart erworbenen Wissens konzentrieren.