20.04.2001

PART I

Bildquelle: ORF

Software für Automotoren

Haben sich Hacker und Softwarebastler bis dato vor allem auf PCs konzentriert, wendet sich das Interesse einem bis vor einiger Zeit vollkommen "mechanischen" Sujet zu: dem Auto.

Hier gibt es - ähnlich der Hackerszene - sowohl findige Tüftler, die in monatelangen Messungen der Motormanagement-Software auf die Schliche kommen, wie auch Firmen, die sich vor allem auf die simple Anwendung des derart erworbenen Wissens konzentrieren.

Während früher ein Auto komplett mechanisch aufgebaut war, hat in den letzten Jahrzehnten zunehmend die Elektronik Einzug gehalten. Der Beginn der Elektronik-Ära liegt in den sechziger Jahren, als die Benzin fressenden Monster immer häufiger für Smogalarm in den US-Metropolen sorgten. In dieser Zeit beschloss Kalifornien, Abgasgrenzen einzuführen.

Die Autohersteller stellten rasch fest, dass die Standards, die schließlich als "Clean Air Act" 1970 den Kongress passierten, am besten durch elektronisch gesteuerte Einspritzung und Zündung erzielt werden konnten. Sensoren, die die Motorleistung messen und die Systeme danach adjustieren, sollten die Verschmutzung minimieren.

Ein Klopfsensor überwacht, dass keine unkontrollierte Selbstenflammung stattfindet. Innerhalb von Millisekunden wird im Fall des Falles der Zündzeitpunkt auf "spät" geregelt. In Abhängigkeit von Luftmasse, Drehzahl, Sauerstoffgehalt usw. berechnet die Elektronik die jeweils richtige Einspritzzeit und -menge.

Darüber hinaus wird ständig der Abgaswert gemessen, um die Einstellungen nachzuregeln und eine möglichst effiziente Arbeitsweise des Katalysators zu ermöglichen.

Doch die Motormanagement-Software kann noch mehr: Es gibt eigene Programme für den Kaltstart, für Volllast und viele andere Situationen. Weiters achtet die Software genau auf den Leerlauf und regelt ihn konstant nach. Auch das "Abriegeln", also ein sanfter Einspritzstopp bei allzu hohen Drehzahlen oder auch bei einer bestimmten Geschwindigkeit [z.B. 250 km/h], geschieht über die Software.

Für Motortuner gibt es mehrere Möglichkeiten, in den elektronischen Ablauf einzugreifen. Die einfachste Möglichkeit ist die Installation einer "Black Box", die die Signale vom Steuergerät verfälscht oder Sensorenwerte ändert. Eine andere Möglichkeit ist Ausbau und Reprogrammierung des Chips - ein heikles Unterfangen, da der Chip meist mit Plastik in das Gerät eingegossen ist.

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