Killermaschinen und Sozialarbeiter
Auch 2001 haben Roboter neue Terrains erobert, sowohl sinnvolle als auch fragwürdige neue Aufgaben übernommen und ihren Teil zur Unterhaltung des werten technikfixierten Publikums beigetragen.
Die denkwürdigsten Entwicklungen haben sich dabei im militärischen und sozialen Bereich abgespielt.
Killermaschinen
Die US-Armee hat in Afghanistan erstmals eine Art "Killer-Bot" eingesetzt.
Der Kampfroboter ist dabei eine Kombination aus zwei relativ bewährten Systemen: der Drohne [Unmanned Air Vehicle, UAV] "Predator" und der panzerbrechenden Luft-Boden-Rakete "Hellfire".
Und die US-Bodentruppen sollen in rund zehn Jahren sogar über vollständig autonome Roboter verfügen.
Der "Predator" der Firma General Atomics Aeronautical Systems [GAAS] ist ein propellergetriebenes UAV, das entweder selbstständig auf einem festgelegten Kurs fliegt. Die Modelle "AGM-114A Hellfire" und die "AGM-114L Longbow Hellfire" [Heliborne, Laser, Fire and Forget] sind Luft-Boden-Raketen, die bisher beispielsweise von Helikoptern aus abgefeuert wurden.
Flugroboter gegen Afghanistan"Wir wollen, dass Roboter die dreckigen, die gefährlichen und die monotonen Arbeiten übernehmen", so John Koehler von Northrop Grumman, die Roboter zur Bombenentschärfung für die US-Army herstellen. "Roboter könnten Sprit, Wasser und Munition transportieren, Waffen- und Radarsysteme unterstützen, Stacheldraht entfernen und sogar andere Roboter transportieren", so Koehler. "Und falls wir welche verlieren, senden wir einfach neue nach."
Amerikanische Armee setzt auf RoboterSozialarbeiter
Auf der diesjährigen Spielzeugmesse in Tokio standen wieder einmal Roboter im Mittelpunkt, nur hat sich der Trend von den technoiden Modellen wie Sonys "Aibo" in Richtung von Maschinen verschoben, die in erster Linie emotionale oder sogar soziale Funktionen haben sollen.
Die Highlights der Messe können sich nicht einmal mehr selbstständig bewegen, wichtiger als aufwendige Bewegungsabläufe ist die Fähigkeit zur Interaktion mit der angepeilten Zielgruppe.
Die potenziellen Kunden der "Sozial-Bots" hat stellvertretend für die Branche ein Tomy-Sprecher folgendermaßen definiert: "Allein Stehende, einsame Büroangestellte und junge Frauen, Eltern, deren Kinder aus dem Haus sind, und alte Ehepaare, die ihrem Partner nichts mehr zu sagen haben."
Unterdessen wurde auf der Messe "Alter&Pflege" in Stuttgart ein Prototyp eines Roboters für den Einsatz in der Altenpflege vorgestellt. Der "Care-o-Bot" soll laut seinen Entwicklern alte Menschen künftig im Haushalt unterstützen und ihnen ermöglichen, länger selbstständig in den eigenen vier Wänden zu wohnen.
Highlights der Messe in Tokio waren der Konversations-Bot "Memoni" von Tomy und die Katze "NeCoRo" von Omron.
Roboter werden SozialarbeiterSpace-Bots
Für Furore sorgten auch zwei Roboter, die auf der internationalen Weltraumstation ISS zum Einsatz kamen.
Während allerdings der fast 18 Meter lange und rund eine Milliarde Euro teure Roboterarm vor allem durch technische Probleme auffiel, tat sein Spielzeugkollege aus Lego-Bausteinen seinen Dienst bislang ohne Komplikationen.
Das Modell "Jitter" hatte im Oktober den "Ultimate Builder Competition" von Lego Mindstorms gewonnen. Der kleine Roboter aus Lego-Teilen und -Technik ist im November zur Raumstation ISS geflogen.
Echte Science Fiction verspricht dagegen der Bau von fliegenden Insektenrobotern, die künftig bei Marsmissionen zum Einsatz kommen sollen. Forscher unter anderem des "Georgia Institute of Technology" haben mit Hilfe der NASA bereits mehrere Prototypen von insektenähnlichen Robotern entwickelt, die auch unter den schwierigen Mars-Bedingungen ein Vorwärtskommen ermöglichen.
Fliegende Roboter-Insekten am MarsSpielzeug
Sony hat den Star unter den Roboter-Spielzeugen, den "Aibo", 2001 in zwei neuen Varianten vorgestellt.
Der verbesserte Nachfolger ERS-310 zeigt vor allem ein komplexeres emotionales Innenleben. Zu den Highlights des neuen Edel-Hundes gehören Spracherkennung [Englisch und Japanisch] und ein 64-Bit-Prozessor.
Das Modell "RS-220" zielt dagegen vor allem auf eine männliche, technikfixierte Kundschaft. Dazu wurde dem Hund ein technoideres Design verpasst, außerdem soll er mit der neuen Aibo-"Explorer"-Software lauter, schneller und aggressiver agieren können als die bisherigen Modelle.
Das britische Unternehmen Roboscience entwickelt unterdessen die europäische Antwort auf den "Aibo" von Sony: den "RS-01".
So groß wie ein Labrador, besitzt der elektronische Weggefährte statt zwei Augen eine Webcam, mit der das Herrchen das Treiben des Hundes via Internet verfolgen kann. Natürlich kann der Hund auch über das Netz gesteuert werden.
Roboterhund der nächsten Generation
