31.12.2001

2001

Bildquelle: honda

Killermaschinen und Sozialarbeiter

Auch 2001 haben Roboter neue Terrains erobert, sowohl sinnvolle als auch fragwürdige neue Aufgaben übernommen und ihren Teil zur Unterhaltung des werten technikfixierten Publikums beigetragen.

Die denkwürdigsten Entwicklungen haben sich dabei im militärischen und sozialen Bereich abgespielt.

Killermaschinen

Die US-Armee hat in Afghanistan erstmals eine Art "Killer-Bot" eingesetzt.

Der Kampfroboter ist dabei eine Kombination aus zwei relativ bewährten Systemen: der Drohne [Unmanned Air Vehicle, UAV] "Predator" und der panzerbrechenden Luft-Boden-Rakete "Hellfire".

Und die US-Bodentruppen sollen in rund zehn Jahren sogar über vollständig autonome Roboter verfügen.

Sozialarbeiter

Auf der diesjährigen Spielzeugmesse in Tokio standen wieder einmal Roboter im Mittelpunkt, nur hat sich der Trend von den technoiden Modellen wie Sonys "Aibo" in Richtung von Maschinen verschoben, die in erster Linie emotionale oder sogar soziale Funktionen haben sollen.

Die Highlights der Messe können sich nicht einmal mehr selbstständig bewegen, wichtiger als aufwendige Bewegungsabläufe ist die Fähigkeit zur Interaktion mit der angepeilten Zielgruppe.

Die potenziellen Kunden der "Sozial-Bots" hat stellvertretend für die Branche ein Tomy-Sprecher folgendermaßen definiert: "Allein Stehende, einsame Büroangestellte und junge Frauen, Eltern, deren Kinder aus dem Haus sind, und alte Ehepaare, die ihrem Partner nichts mehr zu sagen haben."

Unterdessen wurde auf der Messe "Alter&Pflege" in Stuttgart ein Prototyp eines Roboters für den Einsatz in der Altenpflege vorgestellt. Der "Care-o-Bot" soll laut seinen Entwicklern alte Menschen künftig im Haushalt unterstützen und ihnen ermöglichen, länger selbstständig in den eigenen vier Wänden zu wohnen.

Space-Bots

Für Furore sorgten auch zwei Roboter, die auf der internationalen Weltraumstation ISS zum Einsatz kamen.

Während allerdings der fast 18 Meter lange und rund eine Milliarde Euro teure Roboterarm vor allem durch technische Probleme auffiel, tat sein Spielzeugkollege aus Lego-Bausteinen seinen Dienst bislang ohne Komplikationen.

Das Modell "Jitter" hatte im Oktober den "Ultimate Builder Competition" von Lego Mindstorms gewonnen. Der kleine Roboter aus Lego-Teilen und -Technik ist im November zur Raumstation ISS geflogen.

Spielzeug

Sony hat den Star unter den Roboter-Spielzeugen, den "Aibo", 2001 in zwei neuen Varianten vorgestellt.

Der verbesserte Nachfolger ERS-310 zeigt vor allem ein komplexeres emotionales Innenleben. Zu den Highlights des neuen Edel-Hundes gehören Spracherkennung [Englisch und Japanisch] und ein 64-Bit-Prozessor.

Das Modell "RS-220" zielt dagegen vor allem auf eine männliche, technikfixierte Kundschaft. Dazu wurde dem Hund ein technoideres Design verpasst, außerdem soll er mit der neuen Aibo-"Explorer"-Software lauter, schneller und aggressiver agieren können als die bisherigen Modelle.

Das britische Unternehmen Roboscience entwickelt unterdessen die europäische Antwort auf den "Aibo" von Sony: den "RS-01".