Apple - eine Kultfirma wird erwachsen
Apple startete in den 70er Jahren den PC-Eroberungsfeldzug, machte in den 80ern die Computerbedienung mit seinen Macintosh-Rechnern und der Maus benutzerfreundlicher und löste zu Beginn des neuen Jahrtausends mit seinem Musikplayer iPod ein popkulturelles Phänomen aus.
Das kalifornische Computer- und Lifestyle-Unternehmen Apple feiert am 1. April sein 30-jähriges Bestehen - und hat allen Grund zum Feiern.
Die Firma mit dem angebissenen Apfel als Logo hat vor allem die Nutzung und Bedienungsweise von PCs in den letzten drei Jahrzehnten entscheidend mitgeprägt.
Von der Garage in die ganze Welt
Wie viele Erfolgsgeschichten des Computerzeitalters beginnt auch diese in einer Garage. Zwei Studienabbrecher, Steve Jobs und Steve Wozniak, ließen ihre gemeinsame Firma am 1. April 1976 ins Handelsregister eintragen und bastelten an ihrem ersten Computer-Bausatz.
Das magere Startkapital der beiden Studienabbrecher belief sich auf 1.300 Dollar und stammte aus dem Verkauf von Jobs' VW-Bus und Wozniaks Taschenrechner. Jobs lieferte dabei die großen unternehmerischen Visionen und Wozniak war der Tüftler.
Der legendäre "Apple II"
Kommerzieller Erfolg mit "Apple II"
Nach dem mäßigen Erfolg mit dem in ein Holzgehäuse gepackten Bausatz "Apple I" brachten die beiden 1977 den so genannten Mikrocomputer "Apple II" heraus - den ersten PC-Bestseller. Das war zwar nicht der erste Personalcomputer, aber vielleicht die Geburtsstunde der PC-Revolution, weil der "Apple II" nicht nur Ingenieure, sondern auch ganz normale Menschen ansprach.
Der Apple II bot die Basis des anfänglichen Erfolgs des in Cupertino [Kalifornien] beheimateten Unternehmens. Es folgten der "Apple III" und 1984 der erste Macintosh.
Dieser war der erste kommerziell erfolgreiche Computer mit grafischer Benutzeroberfläche und legte damit den Grundstein für Desktop-Publishing: Während zuvor noch - oft komplizierte - Befehle in den Computer eingetippt werden mussten, um ein Programm zu öffnen, genügte jetzt der einfache Mausklick auf ein leicht erkennbares Symbol.
Der Macintosh 128k mit acht MHz-CPU, Neun-Zoll-Bildschirm und 128 Kbyte RAM.
Harte Windows-Konkurrenz
Trotz dieser ersten Erfolge sah sich Jobs 1985 gezwungen, das Unternehmen zu verlassen. Grund war ein interner Machtkampf. Apple rutschte danach in eine schwere Krise, die das Unternehmen an den Rand der Pleite brachte.
Ein Hauptgrund war die zunehmende Dominanz des von Microsoft entwickelten Betriebssystems Windows, das von den meisten der mit Apple konkurrierenden PC-Herstellern übernommen wurde. Apple experimentierte dagegen jahrelang erfolglos mit eigenen Betriebssystemen herum und führte eine Nischendasein.
Das große Comeback
Das Comeback von Apple begann 1996 mit der Übernahme von NeXT, einem zweiten von Jobs gegründeten Unternehmen. Jobs übernahm bald darauf wieder die Apple-Spitze und feierte einen Durchbruch nach dem anderen.
Zuerst mit dem iMac, dann mit dem neuen Betriebssystem MacOS X, und schließlich mit dem Musikplayer iPod sowie dem dazugehörigen iTunes Music Store.
Zwar hält Apple weiter nur etwa fünf Prozent der Anteile auf dem Computermarkt. Auf dem rasant expandierenden Markt der digitalen Musik ist man jedoch besser denn je aufgestellt.
Intel inside und Sicherheitsbedenken
Derzeit ist das Unternehmen dabei, seine Rechner von IBMs Power-Prozessoren auf Intel-Chips umzustellen - ein Schritt, der die Apple-Community aufschreien ließ.
In letzter Zeit wurden auch immer öfter Sicherheitsbedenken geäußert, nachdem der erste Trojaner für Mac OS X im Netz kursierte und zeitgleich Sicherheitslücken im Betriebssystem bekannt wurden.
Zudem kursieren immer wieder Gerüchte darüber, dass Apple sein Betriebssystem Mac OS X aufgeben und auf Windows umsteigen will.
Rund 14 Mrd. Dollar Umsatz
Bereits mehr als 42 Mio. iPods und eine Milliarde Songs hat Apple verkauft. Das Unternehmen erhöhte im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz um 68 Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar und den Gewinn um 384 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar.
Die Apple-Aktien sind beim derzeitigen Kurs von 60 Dollar rund 51 Milliarden Dollar wert oder vier Mal mehr als die gesamten General-Motors-Aktien.
Und Jobs rückte zudem erst kürzlich in den Vorstand von Disney ein, nachdem der Unterhaltungsriese das von ihm mitgegründete Animationsstudio Pixar aufgekauft hatte - was Spekulationen über weitere Vorstöße von Apple auf den Markt der elektronischen Unterhaltung nährt.
(futurezone | AFP | AP | APA | dpa)
