Apple könnte auf Windows umsteigen

gerÜchte
20.02.2006

Für die einen klingt es nach Utopie, für die anderen ist es eine wirtschaftlich nachvollziehbare Zukunftsstrategie: US-Medien spekulieren derzeit über den wohl spektakulärsten Richtungswechsel in Apples Computergeschichte: den Wechsel zu Windows.

Spekulationen in einem US-Medium über einen radikalen Richtungswechsel bei Apple zu Windows sorgen derzeit im Internet für heftige Diskussionen.

Vorstellbar sei, dass sich Apple in Zukunft nur noch auf die Produktion von teurer, durchdesignter Windows-Hardware konzentriere und die kostenintensive Entwicklung des eigenen Betriebssystems komplett einstelle, kolportiert das "PC Magazine" und zieht damit den Groll der Mac-Gemeinde auf sich.

Stattdessen könnte Microsofts Windows unter Verwendung einer speziellen Oberfläche mit dem Look & Feel von Mac OSX auf den Apple-Geräten zum Einsatz kommen.

Auf Anfrage von futurezone.ORF.at waren weder Apple noch Microsoft zu einer Stellungnahme zu den Spekulationen bereit.

Apple kehrt FireWire den Rücken

Psychologe Yakov Epstein von der Rutgers-Universität sieht jede Menge Anzeichen dafür, dass der Umstieg auf Windows längst beschlossene Sache ist.

So habe Apple etwa die Switch-Werbekampagne eingestellt, die eigentlich Windows-Nutzer zu Apple bekehren sollte.

Auch mit dem Verzicht auf eine FireWire-Schnittstelle [lange Zeit als der Zukunftsstandard propagiert] in aktuellen iPods hat Apple ein deutliches Zugeständis an die kaufkräftige Windows-Welt gemacht. Stattdessen wurde nun der in der PC-Welt gebräuchliche USB-Standard integriert.

Ursprünglich sollte der iPod - anfangs nur für Mac erhältlich - die Käufer an das Apple-Betriebssystem binden. Doch schon binnen kürzester Zeit erschien eine eigene Windows-Version.

Umstieg auf Intel macht's möglich

Die überzogenen Klagen gegen Websites, die regelmäßig über neue Gerüchte zu neuen Apple-Produkten berichten, werden als Ablenkungsmanöver eingestuft. Durch das Säbelrasseln könnte Apple die Community einzuschüchtern versuchen, damit ein Durchsickern der Windows-Pläne verhindert wird.

Auch die Aussage eines Microsoft-Managers, Microsoft Office werde für Mac noch fünf weitere Jahre entwickelt, wirft die Frage auf: Was kommt danach?

Ganz zu schweigen vom erst kürzlich erfolgten Umstieg auf Intel-Prozessoren, der den Einsatz von Windows auf Apple-Rechnern erst möglich macht.

Die ersten Apple-Rechner mit neuem Intel-Core-Duo-Prozessor sind die 15-Zoll-MacBook-Pro Notebooks.

Showman Steve Jobs

Schwierig werde freilich die Kommunikation des Radikalwechsels an die Mac-Gemeinde, so das PC Magazine.

Doch dabei könnte Apple voll und ganz auf die Verkaufsqualitäten des Showmans Steve Jobs vertrauen.

Ihm traut man zu, mit knackigen Slogans wie "Ab sofort läuft alles auf dem Mac", sogar eingefleischten Mac-Fans die Windows-Welt schmackhaft zu machen.

(futurezone | PC Magazine)