"Management braucht Spielraum"
Heinz Sundt, Generaldirektor der Telekom Austria [TA], übt in einem Interview in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Magazins "trend" Kritik am TA-Aufsichtsrat.
Wörtlich sagte er: "Bei aller Verpflichtung eines Aufsichtsrates zu kontrollieren, muss dem Management jener Spielraum erhalten bleiben, der erforderlich ist, das Unternehmen auch zu managen."
"Wenn dieser Spielraum verknappt wird, kann das für das Unternehmen problematisch werden. Und hier gibt es unterschiedliche Vorstellungen, welcher Spielraum einem Management erhalten bleiben muss. Das ist die Problematik, die ich hier generell sehe, egal wer an der Spitze steht."
Die Telekom Austria steht nach wie vor im Kreuzfeuer von Gerüchten über einen Wechsel im Vorstand und eine Übernahme durch die Telecom Italia. Die fortgesetzten Meldungen haben inzwischen auch eine Eigendynamik entwickelt, die den Konzern zusehends unter Druck setzt. Vorstellbar wäre demnach inzwischen auch eine Ablösung des Vorstandes als "self-fullfilling prophecy".

Einmischung
Sundt betont in dem Interview weiter, dass es ja bei den Businessplänen und in allen wichtigen Zielsetzungen "nach langer Diskussion" Einigkeit mit dem Aufsichtsrat gebe:
"Aber ich glaube, dass die Art und Weise, wie diese Ziele umzusetzen und zu realisieren sind, im Verantwortungsbereich eines jeden Vorstandes liegen muss. Dort bin ich zwar für verbessernde Vorschläge durchaus offen, aber für verschlechternde oder die Ziele gefährdende Vorschläge verschlossen."
Auf die Frage, ob es solche seitens der Eigentümervertreter gegeben habe, meinte Sundt: "Sie können auch durch das wiederholte Hinterfragen bestimmte Effekte produzieren, die dann die Wirkung haben, als Kritik aufgefasst werden zu müssen."
Zu den sich verdichtenden Gerüchten, dass Sundt von dem Schweizerm Papiermanager Ernst Häberli abgelöst werden könnte, sagte Sundt ganz allgemein, dass ein Manager von der Sache etwas verstehen müsse: "Ein Manager tut sich einfach wesentlich leichter, wenn er in der Lage ist, sich seine eigene Meinung zu bilden, und nicht nur von der Meinung seiner Ratgeber abhängig ist." Er selbst kenne Häberli nicht und sei auch nicht in etwaige Überlegungen des Aufsichtsrates eingebunden.
