Nokia gegen den Rest der Handy-Welt
Der Markt der Handyproduzenten entwickelt sich derzeit den Erwartungen der Marktbeobachter gemäß, was bedeutet, dass alle Unternehmen außer dem unangefochtenen Branchen-Primus Nokia Fusionen anstreben [müssen].
Die abnehmenden Gewinnmargen führen zusammen mit dem heftigen Konkurrenzkampf auf dem Handymarkt zu einem Fusionsdruck, dem sich kein Unternehmen außer Nokia entziehen kann.
Nokia hält nach eigenen Angaben inzwischen weltweit einen Marktanteil von fast 40 Prozent und hat wiederholt erklärt, keine Partner zu benötigen und auch im Kauf von kleineren Konkurrenten keinen Vorteil zu sehen: Weder deren Marktanteile noch deren technische Entwicklungen interessieren den Konzern.
Nachdem Motorola, die Nummer zwei auf dem Markt, sich schon letzte Woche mit Mitsubishi zusammengetan hat, hat heute die Nummer drei, Ericsson, bereits erwartete Pläne über die Zusammenarbeit mit Sony offiziell bekannt gegeben.
Schon vor rund einem Jahr prophezeite Ericsson-Chef Kurt Hellström eine starke Konzentrationswelle samt Markensterben voraus.
Nur drei Firmen verdienen mit HandysSony-Ericsson-Deal unter Dach und Fach
Sony und Ericsson wollen schon im nächsten Jahr gemeinsam Modelle für die neuen Handy-Generationen auf den Weltmarkt bringen.
Laut einer Absichtserklärung soll das neue Tochterunternehmen unter dem Namen "Sony Ericsson Mobile Communications" mit 3.500 Mitarbeitern und einer Zentrale in London ab 1. Oktober Mobiltelefone für 3G-Systeme entwickeln und das Marketing betreiben. Beide Konzerne sind dabei mit je 50 Prozent beteiligt.
Ericsson hatte als drittgrößter Produzent der Welt in der letzten Woche ein Rekordminus aus dem Handygeschäft des ersten Quartals gemeldet. Die Firma will bis Jahresende knapp zehn Prozent aller Stellen streichen und hat die Fertigung bereits an das US-Unternehmen Flextronics ausgelagert.
Weitere Massenentlassungen bei EricssonNummer eins
Der Weltmarktanteil Ericssons ist in den letzten zwölf Monaten von zehn auf unter acht Prozent gesunken.
Vorstandschef Hellström sagte jetzt angesichts des Abkommens mit Sony: "Wir wollen die Nummer eins bei Mobiltelefonen werden."
Er nannte das Zusammengehen mit Sony einen "Volltreffer" und meinte weiter: "Durch Kombination der komplementären Stärken von Sony und Ericsson bekommt das neue Unternehmen eine einzigartige Ausgangsposition, um ein weltweiter Marktführer bei der Telekommunikation zu werden."
Vor allem die große Erfahrung des japanischen Unternehmens in der Konsumgüter- und Unterhaltungselektronik werde Ericsson zugute kommen.
Nach Aussage von Hellström soll das neue Gemeinschaftsunternehmen von Beginn an mit Gewinn arbeiten. Sony bestätigte, dass Verhandlungen über die neue Partnerschaft bereits seit Ende letzten Jahres geführt worden seien. Die Ericsson-Aktie stieg in Stockholm nach Bekanntwerden der Einigung mit Sony um 3,5 Prozent an. Das Zusammengehen wurde bereits letzte Woche kolportiert:
Verhandlungen über Joint VentureNoch eine Nummer eins
Bereits letzte Woche kündigten Mitsubishi und Motorola eine Kooperation an. Die Unternehmen planen zum Ende des Jahres ein Joint Venture in Nordamerika, um gemeinsam eine neue Generation von Handys zu entwickeln.
Motorola ist der zweitgrößte Handy-Hersteller auf dem Weltmarkt, während Mitsubishi Electric auf Platz acht liegt.
Beide Unternehmen zusammen würden einen Anteil von 19 Prozent auf dem Weltmarkt halten.
Mitsubishi und Motorola planen Joint Venture
