21.03.2001

ZWOTAUSEND1

Bildquelle: cebit

Handys, Rezession und Hysterie um "Hacker"

Die weltgrößte IT-Messe CeBIT wurde offiziell vom deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder und der Präsidentin von Hewlett-Packard, Carly Fiorina, in Hannover eröffnet.

Die Erwartungen und angekündigten Schwerpunkte [APA: "Megatrend"] kommen allerdings vertraut vor: Mobile Anwendungen wurden schon im letzten Jahr als Zukunft der Informationstechnologien gefeiert, nur dass sich in diesem Jahr das Vokabular geändert hat: Die Branche meidet das Wort "WAP", weil der Standard inzwischen exemplarisch für den mühsamen Start ins mobile Netz steht.

Stattdessen werden "GPRS" und "UMTS" möglichst weit in den Vordergrund gestellt, auch wenn diese inzwischen zum allgemeinen Wortschatz gehörigen Abkürzungen natürlich keine Konkurrenz für das WAP-Protokoll selbst darstellen.

Konstant scheint sich die Begeisterung für Bluetooth zu halten, auch wenn die Entwicklung dieses drahtlosen Kommunikationsstandards immer noch schleppend vorankommt.

Bis Sommer keine Besserung

Grundlegend geändert hat sich allerdings seit letztem Jahr die Stimmung der Branche: Die CeBIT 2000 fand auf dem Zenit des Dot.com-Börsenbooms statt.

In diesem Jahr hat die Branche dagegen ein Jahr Talfahrt hinter sich - und eine echte Trendwende zeichnet sich nicht unmittelbar ab.

Stellvertretend für viele in der Branche sagte Fiorina vor der CeBIT-Eröffnung, bis zur Jahresmitte sei keine Besserung in Sicht.

Mehr Green Cards

Auch aus der Politik kommen außer dem konjunkturbedingten Perspektivenwechsel keine wirklich neuen Inhalte zum Messeauftakt: Genau wie im letzten Jahr sprach Schröder hauptsächlich vom Mangel an qualifizierten IT-Arbeitskräften.

Er sprach sich für eine weitere Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für ausländische Fachkräfte aus.

Angst vor "Hackern"

Angesichts getrübter Wachstumsaussichten in den High-Tech-Branchen hat die deutsche Wirtschaft zum Start der CeBIT mehr Schützenhilfe von der Bundesregierung gefordert.

Der deutsche Branchenverband BITKOM verlangte von Schröder ein millionenschweres Programm zum Schutz von Verbrauchern und Firmen vor "Hacker-Angriffen aus dem Internet", um dem Handel per Handy und Computer zum Durchbruch zu verhelfen.

Mit Blick auf "Gefahren für die Entwicklung der neuen Mobilfunkdienste durch Internet-Kriminaltität" betonte BITKOM-Vizepräsident Willi Berchtold, in den USA sei ein Milliardenprogramm zur Abwehr aufgelegt worden.

In Deutschland seien mindestens 51,1 Millionen Euro notwendig, um Technologien gegen diese Risiken zu entwickeln.