Intels Milliarden gegen die IT-Rezession
Die Zeichen in der Computerindustrie stehen im Vorfeld der weltgrößten Computermesse, der CeBIT, auf Sturm. Die Nachfrage nach Hi-Tech-Produkten in Deutschland und Europa wächst nicht so stark, wie sich die Hersteller erhoffen.
In den USA sind sogar deutliche Anzeichen einer Rezession sichtbar.
12 Milliarden Dollar
Während die IT-Industrie daher weltweit auf Sparkurs fährt, mach
Intel das genaue Gegenteil. Alleine in diesem Jahr sind zwölf
Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung sowie den Aufbau
neuer Produktionsanlagen vorgesehen.
Nachfrage für High-End-PCs sinkt"Investitionsstopp wäre größter Fehler"
Intel werde für ein langfristiges Wachstum investieren, obwohl derzeit eine wirtschaftliche Unsicherheit vorherrsche, sagte Unternehmenschef Craig Barrett am Dienstag auf dem Intel Developer Forum in San Jose.
Der größte Fehler, den Unternehmen jetzt begehen könnten, sei ein Stopp der IT-Investitionen, meinte Barrett und rechnete den Konferenz-Teilnehmern vor, dass sich "die Investitionen durch Einsparungen selbst finanzieren" würden.
McKinley
Die auf der Entwickler-Konferenz vorgestellten Neuerungen
betreffen vor allem den [finanziell kleineren] Server-Bereich. Hier
konnte Intel erstmals einen lauffähigen Prototypen seines neuen
Super-Chips vorstellen, der unter dem
Codenamen "McKinley" entwickelt wurde.Performance-Probleme beim Pentium 4
Was die Fachleute auf dem Forum gebührend beeindruckte, wird jedoch auf das Brot-und-Butter- Geschäft des Chip-Giganten, den PC-Prozessor-Markt, wenig Einfluss haben.
Hier steht Intel vor einem schwierigen Wechsel vom Pentium III zum Nachfolgemodell. Paradoxerweise laufen manche bestehenden Software-Pakete auf dem neuen Pentium 4 langsamer als auf dem Vorläufer.
Außerdem hängen in Tests von Computerzeitschriften und Online-Diensten immer wieder AMD-Chips die Pentium-Prozessoren ab.
Käufer warten noch
Intel-Manager erklären die Performance-Probleme des neuen
Flaggschiffs damit, dass bis jetzt nur wenige Programme die neue
Architektur des Pentium 4 ausnutzen. Da viele Käufer so lange warten
werden, bis genug angepasste Programme auf dem Markt sind, kann
Intel auch 2001 noch nicht voll mit einem Verkaufserfolg rechnen.
Der ItaniumIn 0,13 Mikron investieren
Größere Bedeutung für Intel werden die Bemühungen haben, die Produktivität der Chip-Fabriken zu steigern.
Ein großer Teil der Intel-Investition fließt in den Umstieg auf eine neue Kupfer-Prozesstechnik, die mit winzigen Leiterbahnen von 0,13 Mikron arbeitet.
Außerdem ist es Intel gelungen, die Silizium-Wafer von 20 auf 30 Zentimeter Durchmesser zu vergrößern. Damit kann die Zahl der Chips, die aus einem Wafer entstehen, um bis zu 225 Prozent gesteigert werden. Die Produktionskosten sinken dadurch um rund ein Drittel.
