Intel stellt neuen 64-Bit-Prozessor vor
In seiner Eröffnungs-Keynote auf dem "Developer Forum" hat Intels Vizepräsident Paul Otellini einen lauffähigen McKinley-Prozessor präsentiert. Die neue IA-64-CPU soll Ende 2001 den Itanium offensichtlich ablösen, noch ehe dieser je richtig abgehoben hat.
Das Modell [A0-Stepping] wurde unter der 64-Bit-Version von Windows XP, Linux-IA-64 und HP-UX gezeigt. Als Anwendungen waren unter Windows ein Bildbearbeitungsprogramm und auf der HP-Maschine ein Webserver zu sehen. Beide Systeme liefen währen der Demonstration ohne Abstürze.
McKinley soll noch Ende des Jahres in die Pilotproduktion gehen, Anfang 2002 in nennenswerten Stückzahlen hergestellt werden und Intels IA-64-Architektur erstmals zum Durchbruch verhelfen.
Auslaufmodell Itanium
Intels erster IA-64-Prozessor, Itanium wird durch die ständigen
Verzögerungen damit noch vor seiner Markteinführung zum
Auslaufmodell.
Erste Intel-Itanium-Systeme vorgestellt
Itanium-Auslieferung verzögertKinley-Befehlssatz kompatibel zu Itanium
Unbestätigten Quellen zufolge lief das A0-Stepping der im 0,13-µm-P860-Prozess hergestellten CPU mit einer Taktrate jenseits von 800 MHz.
Der Befehlssatz des McKinley ist kompatibel zum Itanium, der Prozessor soll laut Otellini aber deutlich mehr "Execution Units" besitzen.
Durch das Konzept von IA 64 sollen diese sogar ohne Redesign der Softwarere voll nutzbar sein.
McKinley: Bis zu fünf Mal schneller als Xeon-Chips
Zudem sollen ein integrierter L3-Cache und ein gegenüber dem
Itanium drei Mal schnelleres Businterface für eine deutliche
Geschwindigkeitssteigerung sorgen. McKinley wird laut Otellini bei
einigen Applikationen bis zu fünf Mal schneller sein als die
schnellsten Xeon-CPUs.
Intels Itanium als Chip-SchneckeEin Kleinkraftwerk für den McKinley-Server: Stromverbrauch bis zu 600 Watt
Auf der Intel-Konferenz zu bestaunen gibt es beispielsweise den Prototyp eines Dual-McKinley mit i870-Chipset, der trotz Festplatte und acht DIMM-Steckplätzen nur eine Höheneinheit im Rack belegt.
Durch die Abkehr von der Slotbauform der Xeon-CPUs werden sehr flache Server möglich.
Mit Stromversorgung und Zusatzkomponenten finden so 16 Server in einem Rack Patz. Kritisch könnte dabei allerdings die Abwärme werden: Jeder Server verbrät bis zu 600 Watt.
