Nachfrage für High-End-PCs sinkt
Die Wachstumsraten beim Verkauf von leistungsfähigen Workstations sind im vergangenen Jahr zunächst in den USA und in der Folge weltweit deutlich zurückgegangen. Insgesamt wurden im Jahr 2000 nach Angaben von IDC 1,7 Millionen Einheiten verkauft.
IDC hat nun seine Wachstumsprognosen für Workstations in den kommenden fünf Jahren von 18 auf zehn Prozent gesenkt. Im letzten Quartal nahmen die weltweiten Auslieferungen nach Stückzahlen um fünf, dem Wert nach um sechs Prozent zu.
"Es besteht kein Zweifel: Der Markt kühlt sich ab", meint IDC-Analyst Kara Yokley. Davon besonders betroffen sind laut IDC Intel-Systeme.
US-Markt vor der Sättigung
Der Markt für Windows-NT- und Windows-2000-Stationen wird
schwieriger, weil der US-Markt nahezu gesättigt ist. "Der Verkauf
hat sich zu wenig auf den internationalen Markt konzentriert", meint
man bei IDC. Im letzten Verkaufsquartal wurden 49 Prozent der
Workstations in den USA verkauft, verglichen mit 50 Prozent im Jahr
zuvor. Durch die Abkühlung der US-Wirtschaft werde sich diese
Entwicklung weiter verstärken, prognostiziert IDC. Die unglaublichen
Wachstumsraten der vergangenen Jahre seien für den NT-Bereich
Vergangenheit.
Dell-"Precision"-WorkstationsGeschäfte bei Unix-Workstations laufen besser
Die Hersteller würden sich künftig mehr dem internationalen Markt zuwenden, meint Yokley. In den USA würden vor allem günstigere Systeme für den Bereich der Klein- und Mittelbetriebe gefragt sein.
Besser laufen die Geschäfte im Bereich der Unix-Workstations, obwohl auch hier Rückgänge zu erwarten seien.
So dürfte sich Sun nach Stückzahlen zwar behaupten, wertmäßig seien aber Einbußen zu erwarten. "Besonders erfolgreich ist Sun derzeit mit seiner Ultra-5-Workstation, die allerdings schon unter 2.000 Dollar [rund 29.300 ATS] das Stück zu bekommen ist."
Suns Ultrasparc-WorkstationGewinner und Verlierer im Workstation-Bereich
Nach Stückzahlen erreicht Dell im vierten Quartal eine Marktanteil von 25 Prozent [50 Prozent Steigerung]. Sun liegt bei 18 Prozent [minus acht Prozent], Hewlett-Packard bei 16 Prozent [minus acht Prozent], IBM bei 15 Prozent [plus elf Prozent] und Compaq bei 12,5 Prozent [minus 19 Prozent].
Wertmäßig lag Hewlett-Packard mit 20 Prozent klar vor IBM mit 19 Prozent und Sun mit 18 Prozent. Über das Jahr betrachtet konnte HP seine Position halten, IBM legte drei Prozent zu, Sun verlor 18 Prozent. Dell lag mit 17 Prozent und 36 Prozent Wachstum auf Platz vier, gefolgt von Compaq mit zehn Prozent [minus 23 Prozent]
In den USA dominierten Dell und Sun. Hier konnte Dell 49 Prozent der PC-Workstations [wertmäßig 46%] auf sich vereinen. Im Unix-Bereich dominierte Sun mit 65 Prozent der verkauften Einheiten [wertmäßig 42 Prozent].
